Lebensmittel deines Vertrauens

Ohne Vertrauen geht gar nichts – schon gar nicht, wenn es um unsere tägliche Ernährung geht. Krankheitsfälle oder gar Tote aufgrund schadhafter Produkte sind wohl das Worst-Case Szenario für jeden Lebensmittelproduzenten. Doch bei wem sehen Kunden und Konsumenten die Verantwortung dafür, dass unsere Lebensmittel „sicher“ sind?

Wie eine Umfrage vom Umfrage-Institut Nielsen zeigt, sieht der Grossteil der Bevölkerung diese Verantwortung sehr deutlich bei der Lebensmittelindustrie. Eine geringere Rolle in Bezug auf Verantwortung spielen die Handelsunternehmen, obwohl dort die Einkäufe getätigt werden.


Quelle: Nielsen

Bei der Wahl des Einkaufsortes spielt geographische Nähe eine wichtige Rolle. Die räumliche Nähe zum bevorzugten Geschäft vermittelt den Konsumenten ein subjektives Gefühl der Sicherheit, obwohl dort trotzdem in der Mehrzahl überregionale Produkte gekauft werden. Kein Wunder setzen Lebensmittelhändler auf regional produzierte Frischprodukte in ihren Märkten. Manor Food hat dazu sogar mit „lokal“ eine eigene Marke geschaffen.

Auch Bio-Produkte geniessen laut Nielsen-Umfrage ein relativ gutes Ansehen. Ein knappes Drittel der Schweizer Konsumenten meint, dass Bio-Lebensmittel sicherer sind als konventionell hergestellte Produkte. In Deutschland stimmen dieser Aussage 39 Prozent zu, in Österreich sogar 51 Prozent.

In der Schweiz baut Detailhändler Migros sein Angebot an Bio-Produkten aus. Wie überall kommt auch bei der Migros eine Vielzahl an Labels zum Einsatz, was die Transparenz für die Konsumenten nicht gerade erhöht. Um die Glaubwürdigkeit der einzelnen Labels zu stärken, wären einheitliche Labels für alle Detailhändler mit transparenten Standards und Richtlinien wünschenswert.

Nachhaltigkeit nimmt in der Kommunikation der Migros einen wichtigen Platz ein.

Kein Wunder belegte die Migros bei den „Reader’s Digest European Trusted Brands 2010“ in vier Produktekategorien (Waschmittel, Milchprodukte, Treibstoffe/Benzin und Haushaltsreiniger) den ersten Platz. Migros-Chef wertet diesen Vertrauensbeweis der Konsumenten auch als Wettbewerbsvorteil gegenüber der Konkurrenz:

„Diese Erhebung zeigt einmal mehr, dass die Bevölkerung sowohl die aussergewöhnlichen Leistungen wie auch das ökologische und soziale Engagement der Migros wahrnimmt und uns deshalb grosses Vertrauen schenkt. Dieses Vertrauen ist unsere einmalige Stärke gegenüber den Konkurrenten. (Quelle)

Kommt es dann doch mal zu einer Krisensituation mit verdorbenen Lebensmitteln, liegt das Vertrauen nicht mehr so eindeutig bei der Lebensmittelindustrie. Interessant ist, dass in der Schweiz ausgerechnet der Regierung am meisten Vertrauen entgegen gebracht wird. In Deutschland sticht das Vertrauen in die Medien hervor.


Quelle: Nielsen

In der heutigen Medienlandschaft verbreiten sich Nachrichten und Gerüchte um gesundheitlich bedenkliche Lebensmittel schnell via Internet und insbesondere via Social Networks. Wer als Unternehmen bereits über eine gut etablierte Online-Präsenz verfügt, kann im Krisenfall auch schnell online reagieren.

Mit Material von
Nielsen / Medienmitteilung

Ist Marken-Präsenz auf Facebook Pflicht?

Gehört eine Marken- oder Unternehmenspräsenz auf Facebook heute zum Standard in der Kommunikation? – Auf jeden Fall, wenn man sich die Ergebnisse einer Umfrage von eprofessional unter 500 Internetnutzern ansieht. „Das Unternehmen versteht die neuen Medien nicht und lebt hinterm Mond“ denkt rund ein Drittel der Befragten über Unternehmen, die nicht auf Facebook zu finden sind. Über zehn Prozent vermuten sogar, Unternehmen ohne Facebook-Präsenz hätten etwas zu verbergen. Wer an seiner Online-Reputation arbeiten will, sollte  also neben anderen Massnahmen auch eine Facebook-Präsenz ins Auge fassen.

Auch wenn es sich um eine reine Online-Umfrage handelt, zeigen die Resultate doch klar die Richtung auf. Die Autoren der Studie werten die Ergebnisse als „Warn- oder zumindest ein Startsignal“ für Unternehmen. Insbesondere vor dem Hintergrund, dass der Markenschutz auf Facebook für viele Unternehmen noch kein Thema ist. Laut eprofessional verfügen nur sechs der zwanzig Best Brands 2010 über eine Präsenz mit einer so genanten Vanity-URL nach dem Muster „http://www.facebook.com/cocacola“, also mit dem Marken- oder Firmennamen in der URL. Martin Hubert, Geschäftsführer der eprofessional GmbH,  sagt dazu:

„Markenschutz ist auch in Facebook elementar. Unternehmen können ab 26 Fans eine URL beantragen und so ihrer Markenpräsenz eine eindeutige Adresse zuweisen, die sich auch in der Außenkommunikation besser verwenden lässt. Unternehmen sollten daher schon bei Gründung und Markenlaunch daran denken, ihre Marke auch in den wichtigsten Social-Media-Kanälen zu schützen.“ (Quelle)

Für viele Marken und Unternehmen existieren unterdessen von Konsumenten eingerichtete Seiten und die sozusagen „offiziellen“ Pages nebeneinander.

„Marken können die Kommunikation in Social-Media-Kanälen besser steuern, wenn sie diese selbst betreiben, statt es Dritten zu überlassen, eine Fanseite oder Gruppe zu gründen…“ (Quelle)

…empfiehlt eprofessional dazu. Ich denke, dies schiesst etwas übers Ziel hinaus. Es gehört zur Grundidee von Social Media, dass Kunden und Konsumenten ihre Vorlieben für bestimmte Marken online zum Ausdruck bringen und sich darüber mit anderen austauschen. Das ist Teil des “Kontrollverlustes” mit dem Kommunikations-Verantwortliche in Unternehmen umzugehen lernen müssen. Auf keinen Fall sollte man als Unternehmen bereits bestehende Fan-Communities behindern, sondern ein gutes Verhältnis zueinander suchen.

Die eprofessional-Umfrage zeigt auch, was Marken-Fans sich von Unternehmen am meisten wünschen:

Mit Material von
eprofessional.de

Mehr zum Thema Markenpräsenz in Social Networks
Branding auf Facebook: Zahlen und Fakten (fuellhaas.com)
Socialized Media: The Powerful Effects of Online Brand Interaction (briansolis.com)

Consumers Demand Brand Interaction (emarketer.com)
Facebook: Demographie Deutschland, Österreich und Schweiz per 28.02.2010 (thomashutter.com)

Lesenswert (2): Connected Worlds im Alltag und in Unternehmen

Connected Worlds: Das Web gehört zum Alltag der Menschen
Das Internet gehört fest zum Alltag der meisten Menschen: Für sechs von zehn Deutschen (58 Prozent) ist ein Leben ohne Web undenkbar geworden. Das ergibt eine neue Studie des Hightech-Verbands BITKOM: Virtuelle und reale Welt sind in vielen Bereichen bereits verschmolzen, mit neuen Verbindungen zwischen Arbeit und Freizeit, Bürgern und Staat, Wirtschaft und Verbrauchern verändert das Netz das Alltags- und Berufsleben massiv.


Quelle: BITKOM

Gefordert ist aber auch Politik, wobei die Forderungen nach mehr Sicherheit, mehr Freiheit oder mehr Regulierung stark auseinander gehen.


Quelle: BITKOM

Mehr Details und die Präsentation der Studie kann man von der BITKOM-Webseite herunterladen.

Enterprise 2.0 in der Schweiz
Am 23. Februar 2010 fand in Bern das Enterprise 2.0-Frühstück statt, eingeladen hatte der Internetdienstleister unic. Im Einstiegreferat wurde die Enterprise 2.0-Studie vorgestellt. Die Studie zeigt: Der Grossteil der befragten Firmen steht noch am Anfang von Enterprise 2.0, obschon einzelne Werkzeuge bereits bei fast zwei Dritteln der Befragten im Einsatz sind oder deren Einsatz in naher Zukunft vorgesehen ist.

Der zweite Teil der Veranstaltung zeichnete sich durch grossen Praxisbezug aus. Nach einer Kundenpräsentation mit der Vorstellung des neuen Intranets bei Swisscom, gaben Vertreter Schweizer Grossunternehmen Einblicke in ihre Erfahrungen mit 2.0-Kommunikation. Dazu gehört zum Beispiel, dass Inhalte aus internen Diskussionen heutzutage schnell an die Öffentlichkeit getragen werden können. Trotzdem habe man sich nicht für eine interne Zensur entschieden, sondern die Diskussionen weiter laufen lassen, berichtete der Leiter Elektronische Medien bei der Schweizer Post, in Bezug auf die Auseinandersetzungen rund um den Verwaltungsrat des Unternehmens. Kommunikation im Sinne von Enterprise 2.0 ist von einem offenen Dialog geprägt, Eingriffe durch das Unternehmen können eine stattfindende Dynamik nachhaltig beschädigen. Einen ausführlicheren Bericht findet man im Magazin bei unic.

Social Media Policy beim US-Militär
Via Twitter kündete Price Floyd, Kommunikationsbeauftragter im amerikanischen Verteidigungsunternehmen den Erlass einer einheitlichen Social Media Policy an.

Grundsätzlich will das Pentagon damit den Zugang zu Social Networks von seinem „non-classified network“ aus erlauben. Kritisiert wird aber von Seiten der New York Times, die Richtlinien liessen zu viel Spielraum für lokale Kommandanten, welche den Zugang wiederum beschränken könnten.

„…the wording is broad enough to leave much discretion with local commanders to shut down access to Internet sites. And that means that commanders who are uncomfortable with social networking — and military bloggers say there are many of them — will be able to find ways to restrict Internet access by their troops.“ (Quelle)

Heute vermischen sich private und berufliche Nutzung von Social Networks immer stärker. Richtlinien für die Nutzung sollten daher in jedem Unternehmen vorhanden sein – die Frage ist für viele Firmen jedoch, ob sie überhaupt den Zugriff auf Seiten wie Facebook und YouTube erlauben sollen. Für liberale Regelungen plädiert der IDC-Geschäftsführer Wafa Moussavi-Amin in einem Beitrag auf cio.de: Solche Richtlinien funktionierten am besten, wenn sie dem Nutzerverhalten der Mitarbeiter entgegenkommen und es nicht einschränken. Wer sich die komplette Social Media-Policy vom Department of Defense ansehen will, findet hier den entsprechenen Link.

Interessant in diesem Zusammenhang ist, dass in der Praxis nur wenige Unternehmen über eine Social Media-Policy verfügen. Wie eine im Februar 2010 veröffentlichte Umfrage von von Manpower zeigte, verfügen nur rund 20 Prozent über Richtlinien für den Social Media-Einsatz.

Healthcare Marketing 2010: Bewertungsportale für Kliniken
Was für die Reisebranche schon längst mit Portalen wie tripadvisor.de oder trivago.de Realität ist, wird auch für Gesundheitsdienstleister wie immer wichtiger: Bewertungen von Kunden im Internet. Für Patrick Engelke ist die richtige Kommunikation im Klinikalltag die beste Prävention für Krisen. In seinem Beitrag für das “Jahrbuch Healthcare Marketing 2010″ schreibt er:

„Längst ist die Kommentierungsfreude der Menschen nicht mehr nur auf Konsumgüter beschränkt. Auf zahlreichen Internetseiten wie zum Beispiel www.klinikbewertungen.de oder www.medmonitor.de werden inzwischen auch Krankenhäuser und Ärzte bewertet – oftmals mit der gleichen Sprache und dem gleichen Maßstab, mit dem auch die Geschäftsbeziehungen bei ebay einer Bewertung unterzogen werden. Diese Bewertungen bilden ein stetig wachsendes Reservoir für Patienten, die sich ü̈ber ihre Klinik, in der sie behandelt werden sollen oder behandelt wurden, informieren möchten – aber eben auch für Medien, die recherchieren.” (Quelle)

Der ganze Beitrag kann als pdf-Datei hier heruntergeladen werden.

Lesetipp: 50 frische Social Media Marketing Whitepapers

Stefan Petersen von web-ideas.de hat 50 neue eBooks und Whitepapers zum Thema Social Media Marketing zusammengestellt. Auch für alle, die Twitter und Co. aufmerksam verfolgen, ist sicher noch was Neues dabei. Hier geht’s zur Online-Bibliothek…