Wie der Newsdienst golem.de heute berichtet, hat der amerikanische Medienkonzern Viacom Klage gegen YouTube und dessen Mutterkonzern Google eingereicht. Viacom wirft der Web 2.0 Plattform vor, in massiver Art und Weise vorsätzlich gegen die Urheberrechte von Viacom zu verstossen.
Viacom fordert dabei mehr als eine Milliarde US-Dollar Schadenersatz von Google und YouTube. Zudem soll den beiden untersagt werden, weiterhin die Rechte von Viacom zu verletzen. In der Klage führt Viacom mehr als 160.000 unauthorisierte Clips von eigenen Programmen an, die über YouTube angeboten werden und zusammen mehr als 1,5 Millionen Mal heruntergeladen wurden.
In seinen Geschäftsbedingungen untersagt YouTube das Hochladen von Video-Material, für das User nicht die Rechte besitzen. Die Idee von YouTube ist es einer Community von Usern die Möglichkeit zu bieten, Videos zu veröffentlichen, zu kommentieren – ganz nach dem Motto „broadcast yourself“, also „mach deine eigenen Sendungen“. Neben selber gedrehtem Material werden aber auch Ausschnitte aus TV-Serien, Filmen, Sportübertragungen und Musikvideos bei YouTube hochgeladen. Die Klage, das Geschäftsmodel von YouTube basiere darauf, mit nicht lizenzierten Inhalten Geld zu verdienen, trifft die Plattform an einer zentralen Stelle: die Idee, Videos in einer Community zu verbreiten wird als illegal bezeichnet.
Das jeder User Inhalte produzieren und veröffentlichen kann, ist ein Grundgedanke von Web 2.0. Verletzungen von Urheberrechten sind kein Kavaliersdelikt. Aber der Fall macht wieder einmal mehr deutlich, dass die Vertriebskanäle, die sich sozusagen von selber entwickelt haben (P2P Netzwerke oder eben Community Plattformen wie YouTube) von der Musik- und Filmindustrie systematisch bekämpft werden. Wer aus dieser Streit als Sieger hervorgehen wird, ist noch offen. Geld für Anwälte und Gerichtsprozesse ist auf beiden Seiten vorhanden, gehören doch die grossen Community-Plattformen ebenfalls zu grossen Konzernen: YouTube ist im Besitz von Google, MySpace ist Teil des Imperiums von Rupert Murdoch.
Autor: KF









