EuroBlog 2007-Studie: Blogs sind normales Kommunikationsmittel geworden

Die zweite europaweite Studie zu Social Software-Anwendungen in Public Relations und Organisationskommunikation zeigt, dass die systematische Beobachtung der Meinungsbildung in Weblogs für Kommunikationsmanager stark an Bedeutung gewinnt (EuroBlog 2007-Studie). Jeder zweite der über 400 befragten PR-Verantwortlichen aus mehr als 24 Ländern nutzt RSS-Feeds zur Beobachtung, bei der Vorjahresbefragung war es nur ein Drittel. 20 Prozent der Befragten setzen auf professionelle Monitoring-Services. Insgesamt zeigt die Studie, dass Weblogs, Wikis & Co. ein wachsendes, aber auch sehr anspruchsvolles Aufgabenfeld für Kommunikationsmanager sind.

Die Studie wird von dem verantwortlichen Forscherteam, Swaran Sandhu (Universität Luzern, CH), Ansgar Zerfass (Universität Leipzig, D) und Philip Young (University of Sunderland, UK), am 16. März 2007 beim internationalen EuroBlog Research Symposium in Gent (Belgien) vorgestellt.

„Wir hätten nicht gedacht, dass Weblogs so schnell so breit akzeptiert werden“, sagt Swaran Sandhu, der die Studie mitbetreut hat. „Vier von fünf Befragten lesen Weblogs regelmässig, zwei von fünf täglich. Vor einem Jahr ist vor allem über Weblogs gesprochen worden, heute sind sie für viele zu einem normalen Kommunikationsmittel geworden“.

Diese hohe Akzeptanz geht einher mit den generell hohen Erwartungen, die an Social Software und ihre Auswirkungen auf die Organisationskommunikation gestellt werden. Fast alle Befragten (89%) waren sich einig, dass sich in wenigen Jahren Weblogs und Social Software Anwendungen nicht mehr von normalen Websites unterscheiden werden und vollständig integriert sind. 85% der Befragten gehen davon aus, dass Social Software die Art und Weise, wie wir kommunizieren, „revolutionieren“ wird. Ein Fünftel der Befragten bleibt skeptisch und sieht bislang keinen substantiellen Nutzen in Social Software für die tägliche Arbeit. Hemmschuhe für einen stärkeren Einsatz von Social Software sind vor allem ein fehlender Beleg für einen Return on Investment (ROI).

Prof. Dr. Ansgar Zerfass von der Universität Leipzig fasst die Studie für die Praxis zusammen: „Unternehmen sind heute doppelt gefordert: Zum einen müssen sie immer stärker ihr Kommunikationsbudget legitimieren und das ist wegen fehlenden Messinstrumenten bei Social Software schwierig. Zum zweiten fehlt es häufig an Mitarbeitern mit der nötigen Online-Erfahrung, die nicht nur praktisches Know-how, sondern auch Verständnis für die Kommunikationsstrukturen in der Wirtschaft einbringen können.“

Die Integration von Weblogs in eine übergreifende Kommunikationsstrategie ist noch ein ungelöstes Problem für fast alle Befragten (88%). Als wichtigste Chance wurde für knapp die Hälfte (43%) der Beziehungsaufbau zu Bloggern genannt. Hier zeigt sich, dass Blogger von PR-Fachleuten inzwischen ähnlich wie Journalisten wahrgenommen werden.

Quelle: Euroblog2007
Autor: KF








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