Der neuste PR-Trendmonitor von newsaktuell zählt Web 2.0 Anwendungen weiterhin zu den grössten Herausforderungen in der PR-Branche. Aus Sicht der Presseabteilungen von Unternehmen werden in Zukunft alle Web 2.0-Anwendungen an Bedeutung für die PR gewinnen – insbesondere Podcasts und Weblogs. Diese liegen mit 53,1 Prozent an der Spitze, gefolgt von Wikis mit 43,9 Prozent und RSS mit 43,3 Prozent. Bei den PR-Agenturen sieht es nicht anders aus. Auch sie bewerten Weblogs mit 68,7 Prozent als wichtigste Web 2.0-Anwendung, danach folgen Podcasts mit 50,6 Prozent und an TOP-3 Wikis mit 48,6 Prozent. Auch bei den Agenturen herrscht die einheitliche Meinung, dass Web 2.0-Anwendungen in Zukunft an Bedeutung gewinnen werden. Insbesondere wird die Bedeutung von Podcasts und Videocasts zunehmen.
Die aktuelle Umsetzung steht diesen Einschätzungen jedoch im Widerspruch. Dies zeigt sich gut am Beispiel Podcasting: Knapp 61 Prozent der Pressestellen setzen keine Podcasts ein: 13,4 Prozent finden die klassische Radio-PR effektiver als Podcasts, knapp 11 Prozent sind der Meinung, dass sich Podcasts grundsätzlich nicht als Instrument für PR- und Pressearbeit eignen und weitere 36,6 Prozent geben an, dass Podcasts nicht zu ihrem Kommunikationsmix gehören, da man mit Podcasts nur ein Nischenpublikum erreichen kann. Nur knapp acht Prozent produzieren regelmässig Podcasts.
Bei den PR-Agenturen denken 34,5 Prozent immerhin darüber nach, in Zukunft regelmässig Podcasts zu produzieren. 9,5 Prozent produzieren schon regelmässig Podcasts. Dafür, dass sowohl Pressestellen als auch Agenturen die Bedeutung von Podcasts heute und in der Zukunft als hoch einstufen, machen sich derzeit zu wenige Gedanken darüber, wie man Podcasts sinnvoll einsetzen könnte.
Quelle:
Autor: KF










Der Grund für die Zurückhaltung ist offensichtlich: der immense Aufwand, den man mit Weblogs und Podcasts hat, ist es einfach nicht wert!
Gemäss der gesamtdeutschen W3B-Umfrage besuchen gerade mal 4 Prozent aller deutschsprachigen Internetnutzer regelmässig Weblogs. Die Reichweite der Weblogs ist marginal. Demgegenüber stehen täglich 10’000e Weblogs, die neu eröffnet werden. Die Chance, mit einem Weblog überhaupt jemanden zu erreichen ist winzig.
Ich selbst bringe an der Uni Zürich eine eigene Studentenzeitung heraus mit einem Weblog, wo man Kommentare, Trackbacks etc. nutzen kann. Sogar Podcasts und Youtube-Videos kann man sich herunterladen.
Der Erfolg dieser “Web 2.0″-Strategie ist aber immer noch sehr gering. Die Leute können grossteils nicht mal die Kommentarfunktion bedienen…
Wenn ich bedenke, was für einen Riesenaufwand schon mein eigenes Weblog macht, dann kann ich mir sehr gut vorstellen, warum das Potential von Web 2.0 auch von Grossfirmen nicht genutzt wird: es gibt hierzulande einfach keinen Markt dafür.
Ich habe mir mal von einem NZZ-Projektleiter sagen lassen, dass es in unserem Kulturkreis nun mal einfach nicht üblich sei, Weblogs zu kommentieren. Der Amerikaner, der gerne zur Selbstdarstellung neigt, ist da um einiges offener als der verschüchterte Europäer. Deshalb finden Weblogs im alten Europa nicht denselben Absatz wie in den USA.
Möglicherweise könnte Web 2.0 auch zur zweiten Dotcomblase werden, da man hier völlig umsonst in leere Informationskampagnen investiert statt in reale Produkte und Dienstleistungen…
Ich persönlich bin noch sehr skeptisch gegenüber dem Webloghype.