Second Life für Schweizer Unternehmen? – Teil 1

Das Thema Second Life ist in Medien und Blogs momentan beinahe allgegenwärtig. Berichte drehen sich meist um die SL-Präsenzen der Global Players wie Dell, IBM oder Mercedes. Aber was ist mit Schweizer Unternehmen, die hauptsächlich Kunden aus der Schweiz bedienen? Diese Frage habe ich Romano Strebel, Geschäftsführer mitLinks AG und Bruno Mettler von der Second Life-Agentur Pedro-Meya-Marty LLC gestellt:

Frage: Was bringt es einem Schweizer Unternehmen, das hauptsächlich Kunden aus der Schweiz bedient, wenn es eine Niederlassung in SL hat?

Strebel: Unternehmen müssen sich in erster Linie die Frage stellen: Welche Anforderungen, Wünsche und Ziele sollen mit einem Projekt in Second Life realisiert und erreicht werden? Dabei entstehen individuelle Anforderungskataloge, die wiederum das Projekt beeinflussen: Planen wir lokale, sprachgebundene oder weltumspannende Aktivitäten? Ist unsere Leistung für ein kleines exklusives Segment oder die breite Masse bestimmt? Wollen wir Second Life für interne oder externe Massnahmen nutzen?

Mettler: Das hängt von den definierten Zielen der Unternehmen an. Wenn das Ziel ist, sich als innovatives Unternehmen darzustellen, wäre ein Auftritt in SL noch von Interesse. Wenn das Ziel ist, mehr Umsatz durch die Nutzung eines weiteren Verkaufskanals zu erreichen, wird das Ziel schwierig zu erreichen sein, da die Anzahl Schweizer in Second Life noch nicht die kritische Masse erreicht hat. Wenn das Ziel ist, mit 3D-Welten Erfahrungen zu sammeln, zu experimentieren und mitzuwachsen, ist jetzt der richtige Moment, um einzusteigen.

Frage: Oder ist SL nur etwas für die global Players wie Adidas, Mercedes usw…?

Strebel: Nein, nicht nur. Die gesteckten Ziele bestimmen das individuelle Setting. Dabei können, wie oben beschrieben, Private, KMUs oder Weltkonzerne aktiv werden.

Mettler: Für globale Player ist im Moment sicher interessanter in SL präsent zu sein, da sie die gesamte Zahl der User ansprechen können. Je mehr User in SL aktiv sind, desto mehr Untergruppen bilden sich. Erfreulicherweise bilden sich die Gruppen nach Sprachen und Ländern, und langsam nach Interessen. Die deutsche und französische sind in Europa die grössten Communities und bevölkern ganze Inselgruppen. Die Schweizer Community wird sich voraussichtlich in den nächsten Wochen bilden. Sobald es soweit ist, wird es auch für Schweizer Unternehmen interessant SL in Ihre Strategien zu integrieren. (Das Zentrum der Schweizer Community ist am vergangenen Sonntag eröffnet worden. Anmerkung Redaktion)

Lesen Sie im nächsten Teil: Medienbruch zwischen SL und Webwelt / Es muss nicht immer ein Shop sein…








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