Lesen Sie hier den ersten Teil des Interviews.
Frage: Lohnt sich eine SL-Präsenz nur, wenn ein Unternehmen auch einen Shop in SL betreibt oder die SL-Präsenz mit einem Online-Shop verlinkt?
Strebel: Eine Präsenz ist wie erwähnt von unterschiedlichen Parametern und Zielen abhängig. Ein Shop kann ein Kriterium von vielen sein. Generell sehen wir die Entwicklung so, dass es wichtig ist, Inhalte vollständig in Second Life anzubieten. Eine permanente Verlinkung in die bestehende Webwelt ist ein Medienbruch, der mit der Zeit nervt und schlussendlich die Präsenz in Second Life schwächt.
Mettler: SL ist eine virtuelle Welt mit eigenen Gesetzen und Mechanismen. Ein Shop ist nur eine Möglichkeit SL zu nutzen. Wie wäre es zum Beispiel wenn grosse Bauprojekte in SL als Modell 1:1 aufgebaut werden und jedermann die Projekte begutachten kann? Oder wenn eine Firma einen geschlossenen Entwicklungsbereich in SL erstellt, wo das Unternehmen die Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen Standorten fördern kann? SL als virtuelle Welt bietet ganz neue Möglichkeiten, die über die klassische Nutzung des Internets hinausgehen. Ein Beispiel dazu: Schuhe shoppen ist ein weit verbreitetes Hobby. Interessanterweise sind aber Webshops die Frauenschuhe anbieten, nicht unbedingt gross vertreten. In Second Life könnten viele Elemente des Schuhkaufes, wie 3D-Darstellung, anprobieren (beim Avatar), Austausch zwischen den Personen/Avataren, das Ambiente, eine beratende Bedienung… den Schuhkauf in SL salonfähig machen. Übrigens 40% der User sind weiblich.
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Der von Herrn Strebel angesprochene Medienbruch ist in der Tat etwas vom ersten, was mir in SL aufgefallen ist, wenn man aktuelle Unternehmenspräsenzen besucht. Eine virtuelle Welt sollte doch von Interaktion leben. Diese wird von den meisten Unternehmen heute nicht angeboten. Die konstante Präsenz von Firmen-Avataren, die mit Besuchern interagieren, ist sicher auch eine Kostenfrage. Firmen müssen erst noch verstehen lernen, was es heisst eine zweite Welt zu schaffen und diese wirklich interaktiv zu nutzen. Die Möglichkeiten sind sehr vielfältig, wie die Beispiele von Herrn Mettler zeigen.
Lesen im nächsten Teil: Welche Rolle kan Second Life in der Unternehmenskommunikation spielen?









