In seiner aktuellen Studie GRID MEDIA hat das Frankfurter Media-Consult-Unternehmen Timelabs sieben Thesen für das Mediengeschäft der Zukunft formuliert.
1. Konvergenz: Die Digitalisierung schreitet voran. Alle Medienformate, von der Zeitung bis zum Radio, vom Buch bis zum Film, werden (künftig ausnahmslos) digital erzeugt, gespeichert und von dieser Datenbasis aus verteilt und/oder weiterverarbeitet. Auch wenn viele analoge Formate (und Märkte) vorerst weiterbestehen, wird das Internet sukzessive zur “ersten, allgemeinen Plattform” aller medialen Angebote.
2. Allgegenwart: Mit den wachsenden Funktionalitäten mobiler Kommunikationsgeräte (PDAs, SmartPhones) wächst ein Bedarf nach “allgegenwärtiger Verfügbarkeit aller Daten und Informationen zu jeder Zeit”. Dies zwingt die Medienanbieter einerseits zur Abkehr von der “periodischen Auslieferung” hin zu einem kontinuierlichen Medienangebot (24/7) und erfordert andererseits neue Partnerschaftsformen, auch mit Wettbewerbern, um die anbieterübergreifenden Informationsbedürfnisse der Nachfrager bedienen zu können.
3. Individualisierung: Zugleich ist dem Nachfrager nicht länger damit gedient, mit der ganzen Breite des täglichen Informationsangebots gleichsam “zugeschüttet” zu werden. Umgekehrt fordern Anwender vielmehr mit Nachdruck nach dynamischen Filtern, also nach einer “an- und abschaltbaren” Möglichkeit der Ausrichtung des Informationsstroms an ihren individuellen Bedürfnissen.
4. Integration: Die Einbeziehung des Kunden auch in die inhaltliche Wertschöpfung, also die Integration von User Generated Content, ist eine spezielle Facette der Individualisierung und eine besondere Herausforderung für den Publisher. In ihrem Zusammenwirken werden die genannten Anforderungen der “Coopetition” und der “Customer Integration” die Aufgabenstellung in den Redaktionen zunehmend von den Inhalten hin zu community-orientierten Dienstleistungen verändern.
5. Targeting: Auch die überkommenen, reichweite-gestützten Werbemodelle werden von dem Paradigmenwechsel der Individualisierung grundlegend in die Richtung von erfolgsbasierten Modellen verändert. Mit dem Versprechen, dem Anwender “nur noch solche Werbebotschaften auszuliefern”, die von diesem als “gewünscht und/oder interessant” angesehen werden, hat eine Entwicklung hin zu einer profilgestützten Werbung eingesetzt.
6. Technologiekompetenz: Neben den strategischen und organisatorischen Anforderungen der so skizzierten Entwicklung tritt die Forderung, die bestehende inhaltliche Kompetenz der Medienhäuser zunehmend mit technologischen Kompetenzen auszustatten. Ohne die Fähigkeit, Kundenbedürfnisse in Applikationen zu übersetzen und umzusetzen, entgleiten dem Publisher die Grundlagen seines Geschäftsmodells.
7. Selbstverständnis-Wandel: Um in diesem Umfeld auch künftig zu bestehen, muss sich der inhalteorientierte Verleger der Vergangenheit hin zum dienstleistungsorientierten Veranstalter seiner Community entwickeln. In dieser grundlegenden Änderung des Selbstverständnisses sehen die Autoren der Studie die grösste Herausforderung.
Quelle: marketing-boerse.de










Hm, so neu ist die Sache auch nicht: http://www.wortgefecht.net/medien/verlagsgeschft-bedroht-durch-web-20/