Google zwischen Moral und Kommerz

Mit einer schier unlösbaren Kommunikations-Problematik sieht sich Google konfrontiert. Wie kann man einerseits nach den Regeln der chinesischen Regierung eine zensierte Version der Google-Suche für die Bürger Chinas anbieten und gleichzeitig Zensur im Internet als grösstes Handelshindernis anprangern?

Auf dem Google-Blog Google Public Policy Blog nimmt Andrew McLaughlin, Director of Public Policy and Government Affairs, wie folgt Stellung:

To industries that depend upon free flows of information to deliver their services across borders, censorship is a fundamental barrier to trade. For Google, it is fair to say that censorship constitutes the single greatest trade barrier we currently face.

Durch derartige Handelshemmnisse sieht Google vor allem sein eignes werbebasiertes Geschäftsmodell gefähret. In Ländern wo Suchergebnisse ausgeblendet werden, können auch keine AdWords-Prozente abkassiert werden und keine Werbeeinahmen mit lizenzierten Videoinhalten generiert werden:

When a government blocks the entire YouTube service due to a handful of user-generated videos that violate local sensibilities –- despite our willingness to IP-block illegal videos from that country –- it affects us as a non-tariff trade barrier.

Den Widerspruch haben auf dem Google-Blog auch schon andere Blogger kommentiert, so schreibt Neal:

This is absolutely rich…considering that Google has openly, willfully and acceptingly helped countries like China censor their dissidents.

Ich bin mal gespannt, ob Google sich zu dieser Widersprüchlichkeit, die auch die Glaubwürdigkeit des Unternehmens auf eine Probe stellt, noch direkt äussert.








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