Eben habe ich auf PR-Blogger einen interessanten Beitrag zu „TV 2.0“ gelesen, inklusive Link zu einem Whitepaper zu demselben Thema. Gleichzeitig muss ich zur Kenntnis nehmen, dass die SRG (Schweizerische Radio- und Fernsehgesellschaft) Fernsehprogramme, die über das Internet empfangen werden, auch der Gebührenpflicht unterstellen will. Die SRG begründet dies gemäss Netzwoche-Ticker damit, dass das Angebot an TV-Programmen über das Web immer besser werde und vor allem die jungen Konsumenten davon angesprochen würden. Die SRG könne es nicht billigen, dass auf diese Art Gebührengelder abfliessen würden. Zudem prüfe das Bundesamt für Kommunikation (Bakom) Massnahmen, die den Empfang von TV-Programmen via Internet verhindern können, wenn ein Haushalt oder ein Unternehmen keine Gebühren entrichten würden.
TV 2.0 muss ja nicht zwingend gratis sein, aber ich frage mich schon, wie ein offener Markt mit Inhalten entstehen soll, wenn öffentlich-rechtliche Sender mit den notwendigen Gesetzen im Rücken überall abkassieren wollen, wo bewegte Bilder ins Netz gestellt werden. Wenn wirklich ein TV 2.0 Angebot entstehen soll, müssen TV-Sender und Produzenten ihre alten Pfründe aufgeben, und etablierte Verwertungsketten hinter sich lassen. Wer schon mal legal versucht hat, an aktuelle Episoden amerikanischer TV-Serien im Web ranzukommen, trifft früher oder später den Hinweis: „Not available in your country!“ – Globalisierung und freier Zugang zu Inhalten via Web hören heute immer noch dann auf, wenn TV-Anstalten und Filmindustrie denken, sie könnten Einnahmen verlieren. Krampfhaft wird versucht, die Kontrolle über den Markt zu behalten. Ich will damit nicht illegale Downloads propagieren, ich würde gerne ein paar Dollar oder Euro für eine aktuelle LOST- oder Desperate Housewives-Episode bezahlen. Aber eben: „Not available in your country!“ Bleibt mir nur, dieses Posting mit einem Zitat von Dr. Ian Malcolm alias Jeff Goldblum aus Jurassic Park zu beenden: „Life finds a way.“









