Aktiv werden gegen den eigenen schlechten Ruf

Persönliches preiszugeben gehört zu den grundlegenden Aspekten im Web 2.0. Schnell ist eine politisch unkorrekte oder wütende Antwort in einem Forum geschrieben oder sind vermeintlich lustige Bilder vom letzten Geschäftsausflug hochgeladen. Und was erstmal online ist, wird gnadenlos von Google &Co. indiziert und abgespeichert.

Die so genannte digitale Reputation ist für Privatpersonen und Unternehmen gleichermassen bedeutend: Ein gut verlaufendes Vorstellungsgespräch kann zu Nichte gemacht werden, wenn der Personalchef noch schnell den Namen des Bewerbers „googelt“ – Datenschutz hin oder her. Negative Berichte in Online-Medien oder Blogpostings zu Themen, die ein Unternehmen lieber unter den Tisch kehren würde, sind in Suchmaschinen unweigerlich mit dem eigenen Firmennamen verknüpft. Viele Firmen haben gerade vor als negativ empfundenen Feedbacks aus der Blogosphäre Angst und verschliessen sich deshalb neuen Dialogmöglichkeiten im Web 2.0. Doch gerade durch aktive Teilnahme in sozialen Medien würden die Unternehmen mit eigener Stimme sprechen, denn die Diskussion über sie können sie eh nicht verhindern oder kontrollieren. Über ein Forschungsprojekt zu Reputationsrisiken berichtet übrigens das Blog von Peter Bütikofer & Company.

Die Neue Zürcher Zeitung weist darauf hin, dass man nicht immer selber für alle Inhalte über die eigene Person verantwortlich ist. Viele Textbeiträge oder Bilder werden von Freunden, Arbeitskollegen ohne nachzufragen ins Netz gestellt. Rechtsexperte David Rosenthal gibt folgenden Rat:

„Wer gegen jemanden wegen eines unzulässigen Inhalts im Internet klagt, sollte zugleich verlangen, dass die Löschung dieser Inhalte in den stark frequentierten Suchdiensten veranlasst wird.“

Nach dem Motto „Angriff ist die beste Verteidigung“ bieten verschieden Online-Firmen spezielle Services an, mit dem Ziel, die eigene digitale Reputation zu verbessern und zu kontrollieren:
claimID. Hier kann der Nutzer kostenlos persönliche Profilseiten über sich anlegen, die wiederum auf andere Seiten verweisen, wo persönliche Informationen zu finden sind oder der Nutzer aktiv ist – etwa auf Blogs und in Fachforen. Gleichzeitig sind die Profilseiten dann über Suchmaschinen auffindbar
naymz. Bietet ein Netzwerk von Personen, die für das eigene Profil bürgen. Zusätzlich kann man bei Google so genannte „sponsored links“ auf das eigene naymz-Profil schalten lassen.
ziki. Bietet ebenfalls das Erstellen von Profilseiten für Privatpersonen und Firmen an, auf denen Links zu anderen Webinhalten organisiert werden können.

Hat jemand schon Erfahrung mit Diensten solcher Art? Ich hab gerade noch meinen eigenen Namen „Karsten Füllhaas“ gegoogelt und 540 Ergebnisse erhalten. Wenn ich mal Zeit habe, surfe ich die durch, um zu sehen, wie es mit meiner eigenen digitalen Reputation steht.








1 Kommentar

  1. gis sagt:

    Ich habe mir sowohl ein Ziki- wie auch ein Naymz-Profil eingerichtet und bei beiden laufen Google Ads. Ich bin damit doch zufrieden, man wird gefunden.