Der neuste PR-Trendmonitor von news aktuell ist veröffentlicht, und wieder sind die Ergebnisse in Bezug auf „PR 2.0“ eher ernüchternd. Befragt wurden wie immer Pressestellen von Unternehmen und Agenturen.
Erschreckend ist, dass über die Hälfte der Mitarbeiter in Pressestellen sich mit den neuen Technologien von Web 2.0 nicht auskennt. Auf Seite der Agenturen sieht es auch nicht viel besser aus, 41,5 % der Mitarbeiter haben schon mal von Blogs und anderen Anwendungen gehört, kennen sich aber nicht damit aus. Immerhin 42,3 % geben an, Blogs, Podcasts und Social Software gelegentlich zu nutzen und sie dabei einigermassen sicher zu fühlen (siehe Ergebnisse). Um das Know-how zu PR im Web 2.0 ist es in Deutschland offensichtlich schlecht bestellt, wie auch die von news aktuell mitgelieferte Grafik zeigt:

Ob die Zahlen in der Schweiz gross anders wären, wage ich zu bezweifeln. Bleibt die Frage nach den Gründen für diesen Misstand. Selbst Frank Stadthoewer, Geschäftsführer der news aktuell GmbH in Deutschland, hat keine Erklärung griffbereit. In seinem Blog media coffee schreibt er:
Wenn man bedenkt, dass die Themen Blogs, Podcasts und Social Software seit mehr als einem Jahr die Fachblätter beherrschen und besonders die PR-Branche doch eigentlich die Spitze des modernen Kommunikations-Know-hows für sich beanspruchen sollte, bin ich schon sehr verwundert. Woran liegt es? Spielt Web 2.0 in modernen Kommunikationsstrategien kaum eine Rolle? Haben diese Entwicklungen doch keinen (zukünftigen) Einfluß auf die Medienlandschaft? Wird in den Pressestellen schlichtweg gepennt? Muss die Berufsausbildung hinsichtlich dieser Themen justiert werden? Man muss ja nicht gleich selbst zum A-Blogger mutieren, aber wissen was läuft, das sollte doch für jeden dieser Branche Pflicht sein!
Sieht man die Ergebnisse in Zusammenhang mit der ebenfalls von news aktuell erstellten Media Studie 2007, ergibt sich ein klareres Bild. Rund die Hälfte aller Journalisten nutzt Blogs weder zur journalistischen Themenfindung noch als Quelle. Wieso sollte ich als Unternehmen also einen Blog oder andere Web 2.0-Anwendungen für meine Kommunikation einsetzen oder planen dies zu tun, wenn sie dann eh kaum jemand beachtet?








[...] Studis als gekaufte Kommentarautoren engagieren oder sich sonst wie an die Blogger ranschmeissen. Aber all’ das funktioniert trotz des oft postulierten PR 2.0-Hypes nicht, denn es fehlt dem Vorgehen oft der “Web 2.0 [...]
Mir war das klar. Wenn man sich anschaut, wie Pressestellen häufig überhaupt mit dem Thema Digitale Kommunikation umgehen, wundert mich das nicht.
Die meisten (nach meinem Eindruck) sind einfach immer noch sehr auf die klassischen Massenmedien fokussiert. Onlinekommunikation “müssen” sie halt irgendwie berücksichtigen. Da ist es noch ein langer Weg bis Web2.0 und PR…
Die Ergebnisse sind in der Tat ernüchternd. Andererseits ist klar, dass insbesondere Blogs (um ein Tortenstück aus dem Social Media Kuchen herauszugreifen) vor allem dazu dienen, themenspezifische Öffentlichkeit(en) zu bedienen. Andererseits ist PR auch das Etablieren und Pflegen von (Kommunikations-) Beziehungen. Und gerade hier wird die PR um das Thema Social Media nicht herum kommen. Es dauert uns halt schon viel zu lange. Dabei ist vielen Blogger gar nicht bewusst, wie weit sie der Meute schon voraus gelaufen sind. Die Segnungen des Mitmach Internets sind da und sie sind gekommen um zu bleiben.