Blogs werden ernst genommen

Während viele Medienschaffende und Verlage noch grosse Mühe mit den so genannten „Bürgerjournalisten“ haben und ihnen teilweise sogar die Fähigkeiten, relevante Texte zu produzieren, nicht zustehen wollen, zeigt die britische Regierung einen ganz Umgang mit Bloggern: Wie golem.de berichtet, will das britische Central Office of Information (COI) gezielt Blogs beobachten und auf politische Meinungsäusserungen hin auswerten. Diese “Blogschau” soll die tägliche Presseschau ergänzen und den Politikern Reaktionen der Öffentlichkeit auf ihr Handeln vermitteln. Der Dienst könnte Ende des Jahres starten.

Zuständig für die vorerst experimentelle “Blogschau” ist die Media Monitoring Unit (MMU) des COI. Das COI ist für die Kommunikation zwischen Öffentlichkeit und Regierung verantwortlich. Als Teil der täglichen Arbeit werden dort Fernseh- und Presseberichte ausgewertet. Mit ihrer zunehmenden Bedeutung für die politische Diskussion sind jetzt auch Blogs in den Fokus gerückt, denn Politiker haben gemerkt, dass auch in Blogs wichtigste Debatten stattfinden, die nicht ignoriert werden sollten.

Clarence Mitchell, Direktor der MMU, sagte dazu in der Financial Times:

„There’s a whole level of debate taking place online which simply didn’t exist before and departments feel they need to be fully engaged in that.”

Er wies zugleich darauf hin, dass sich die MMU nicht selbst in die Debatten einmischen wolle. Möglicherweise werden sich aber die Ministerien selbst an Diskussionen auf einzelnen Blogs beteiligen.








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