Auch wenn es gemäss den Allgemeinen Geschäftsbedingungen üblicherweise ausgeschlossen ist, dass Userdaten weitergegeben werden, können Betreiber von Social Network-Plattformen nicht verhindern, dass andere mit speziellen Softwarelösungen die Profildaten sammeln und verkaufen.
Genau dies tut das amerikanische Start-up RapLeaf. Das Unternehmen hat ein System entwickelt, das per Webcrawler die Nutzerprofile diverser Social-Networking-Seiten ausliest. Sie so gefundenen Daten werden dann nach verschiedenen Kriterien sortiert an Vermarktungsfirmen weiterverkauft. Dabei greift das System vor allem auf die Userdaten der Webseiten von Facebook, Myspace und Linkedin zu. Mittlerweise verfügt RapLeaf über 50 Millionen Profile, die Informationen wie Geburtstage, Adressen, Universitäten, Freunde, Lieblingsfilme und politische Einstellungen enthalten.
Diese Informationen werden über eine andere Firma, die ebenfalls zu RapLeaf gehört, an Vermarktungsfirmen verkauft, die die Zusatzinformationen nutzen, um Mailings an definierte Zielgruppen zu erstellen. Die E-Mail Adressen der User werden allerdings nicht weiter verkauft. Facebook, Myspace und Linkedin leugnen gemäss ZDNet.de eine Zusammenarbeit mit jeglichen Suchdiensten, die eine Weitergabe von E-Mail-Adressen beinhalten würde.
Dies wirft wieder die (alte) Frage auf, wie sinnvoll es ist, persönliche Angaben im Internet über sich selber zu veröffentlichen.
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Dieses Vorgehen – von RapLeaf – wirft vor allem bei mir die Frage auf, wieso die das eigentlich machen dürfen. Mal abgesehen davon, dass das technisch möglich ist. Die Daten sollten sich doch eigentlich im “Besitz” der Betreiber dieser sozialen Netzwerke befinden – und sind damit deren Kapital. Was machen die Betreiber von Facebook etc. gegen diesen “Diebstahl”. Interessant wäre ausserdem, wenn in den AGBs zugesichert wird, dass persönliche Daten nicht an andere weitergegeben werden, was passiert würde, wenn Benutzer dieser sozialen Dienste gegen diesen Missbrauch rechtliche Schritte einleiten würden – gegen die Betreiber dieser Netzwerke.