Texte schreiben, hochladen und damit Geld verdienen – damit dürfte kaum ein Texter Probleme haben. In den Hype-Zeiten des Web 1.0 schossen Content-Agenturen wie Pilze aus dem Boden und buhlten um die grossen Portale als Kunden. „Content is king“ hiess es damals – ein paar Jahre später war alles vorbei. Wie will man mit Inhalten Geld verdienen, wenn die Konsumenten dafür nichts bezahlen wollen? Kaum eine der Firmen existiert heute noch, bekanntes deutsches Opfer war die Hamburger 4content AG.
Heute ist fast alles anders: Inhalte werden kostenlos online angeboten und fleissig in Social Networks geshared und weitergegeben. Dies hat eine Content Industrie der Marke „2.0“ ins Leben gerufen. Auf scribd.com kann jedermann seine eigenen Dokumente online publizieren und sie wie in einer virtuellen Bibliothek mit anderen Usern teilen, selbstverständlich kostenlos. Ob es für Unternehmen in Ordnung ist, wenn hier auch komplette Firmenpräsentationen angeboten werden (siehe Bild unten)?

Mit doktus.de ist vor kurzem auch ein deutsches Klon-Angebot von scribd.com online gegangen. In den Startlöchern seht ein weiteres Content-Unternehmen 2.0: Über xinxii.com sollen ab Oktober usergenerierte Inhalte ge- und verkauft werden können. Etwas elitärer gibt sich opentx.de, hier kann sich nicht jeder anmelden und PR-Autoren sind ebenfalls unerwünscht.
Von Autoren erwarten wir nicht, dass sie hauptberuflich als solche tätig sind. Sie sollten aber professionell als Journalist tätig sein; ein eigener Weblog reicht dazu nicht.
Nachdem grosse Portale wie YouTube mit usergenerierten Inhalten die Werbemillionen sprudeln lassen sollen, probieren Unternehmen jetzt mit den Inhalten selber Geld zu verdienen: der gute alte Online-Marktplatz ist zurück.








Wird Content wieder King? – Crossmediale Kommunikation…
Texte schreiben, hochladen und damit Geld verdienen – damit dürfte kaum ein Texter Probleme haben. In den Hype-Zeiten des Web 1.0 schossen Content-Agenturen wie Pilze aus dem Boden……
Eben. War nicht in der ersten Generation das Problem, dass Content zwar King – aber nicht bezahlbar war, wenn er bei Agenturen eingekauft werden musste? Jetzt ist Content immer noch King – und plötzlich sollen/wollen die Abnehmer dafür in die Tasche greifen? – Ich werde abwarten und sehr überrascht sein, sollte die Inhalte plötzlich für Geld über den Thresen gehen. Content-Plattformen für Umsonstinhalte, wenn dann die Werbeeinnahmen fliessen. Das funktioniert sicher aus Sicht des Anbieters. Aber die Inhalte on Demand, die ans interessierte Volk gebracht werden – dieses Konzept ist doch schon bei den Medienhäusern nicht aufgegangen. Wäre Wiki so gross geworden, wenn für die Texte bezahlt werden müsste?
Und: Content, der so exklusiv ist, dass er bezahlt werden müsste und bezahlt gehört, der hat vielleicht eine Chance auf so einer Vermarktungsplattform. Der verdient sein Geld sicher auch ohne.
Die “Masche” wird künftig viel mehr die sein, dass Contentanbieter dafür bezahlen werden, ihre Texte in Blogs oder News-Portalen zu platzieren. Siehe das Beispiel trigami. Blogger verkaufen Ihr geschriebenes für harte Euros und schreiben mehr oder weniger das, was der Kunde lesen will. Im ungünstigsten Fall bekommt er einfach den Backlink. Im besten Fall eine positive Reportage.
Ähnliches kann ich mir bei News-Portalen vorstellen. Was hindert einen Betreiber eines Portals daran, neben News und Blogartikel auch mal ein paar bezahlte “Meinungen” zu publizieren?
Für den Konsumenten der “Contents” wird es künftig eher schwierig werden, zu unterscheiden, wo die News aufhören und die Werbung anfängt…
[...] Einen bemerkenswerten Weg hat nun auch die renommierte Encyclopædia Britannica gewählt: Über verschiedene Webdienste macht sie ihre bisher kostenpflichtigen Inhalte für Blogger und deren Leser zugänglich. Ein Online-Projekt des deutschen Brockhaus-Lexikons wurde anfangs April auf unbestimmte Zeit verschoben. Aufmerksamkeit hat die Encyclopædia Britannica im Web auf jeden Fall erregt: Nach einem Beitrag auf TechCrunch wurde man mit Registrierungsanfragen überschwemmt. Mehr zum Thema Content auf Crossmediale Kommunikation Wird Content wieder King? [...]