Personalisierte Werbung dank User-Profilen

Nach einer sechsmonatigen Testphase kann MySpace nun Werbung massgeschneidert an die persönlichen Interessen seiner 110 Mio. Nutzer anpassen und bedient sich dazu der persönlichen Informationen in den Profilen seiner Nutzer. Peter Levinsohn, Präsident von Fox Interactive Media, sagt dazu in der New York Times:

“We are blessed with a phenomenal amount of information about the likes, dislikes and life’s passions of our users… We have an opportunity to provide advertisers with a completely new paradigm.”

Wie immer bei solchen Ankündigungen zeigen sich Datenschützer sehr besorgt und warnen vor der Manipulation durch personalisierte Werbung. Personalisierte Werbung erhöhe die Chance auf einen Kontakt mit dem Nutzer um durchschnittlich 80 Prozent sagen die Verantwortlichen bei Fox Interactive Media. Dies kann für MySpace eine Umsatzsteigerung von rund 40 Millionen Dollar bedeuten.

Aber nicht nur eine höhere Klickrate will MySpace seinen Werbekunden offerieren können. Arnie Gullov-Singh von Fox Interactive Media will den Werbekunden zusätzliche Informationen anbieten:

“We want them to leave knowing more about their audience then when they came into the door.“

Datenschützern mögen bei solchen Plänen die Haare zu Berge stehen, aber man sollte nicht vergessen, dass alles was Nutzer auf MySpace und anderen Plattformen über sich veröffentlichen, freiwillig geschieht. Und die Werbeindustrie profitiert davon, wie der österreichische Datenschützer Christian Leitner in einem Interview mit pressetext festhält:

“Die grosse Freizügigkeit, mit der Nutzer persönliche Daten auf ihren Profilen veröffentlichen, stellt für die Werbewirtschaft einen unglaublichen Wert dar und kann natürlich auch missbraucht werden… Personalisierte Produktinformationen, die ich per Newsletter erhalte, sind etwas völlig anderes, als wenn ich mir gar nicht bewusst bin, dass ich individuell angesprochen und manipuliert werde.”

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3 Kommentare

  1. Matthias sagt:

    “aber man sollte nicht vergessen, dass alles was Nutzer auf MySpace und anderen Plattformen über sich veröffentlichen, freiwillig geschieht”

    Bitte nicht persönlich nehmen, aber das ist ein selten dummer Kommentar. Werden denn die Benutzer vorher klar und deutlich darüber informiert, dass ihre Daten samt und sonders zu Marketingzwecken benutzt werden können? Vermutlich nicht. Ich jedenfalls kann mich nicht erinnern, etwas derartiges auf MySpace unterschrieben zu haben. Demzufolge ist es absolut zynisch zu behaupten, die Benutzer würden das schliesslich alles freiwillig zu Vermarktungszwecken freigeben.

  2. K. Füllhaas sagt:

    Das “freiwillig” beziehe ich auf das generelle Veröffentlichen von Daten im Profil, nicht auf die Freigabe zu Vermarktungszwecken. Aber eigenlich sollte einem heute als User klar sein, dass die Plattformanbieter mit den Profilen der User auch Geld verdienen wollen und ihren Service nicht einfach aus Nächstenliebe anbieten.

  3. Matthias sagt:

    Es ist doch ganz einfach: Man kann seine Kunden als gleichberechtigte Partner ansehen und entsprechend fair behandeln. Oder eben nicht. Your choice.