Neue Tageszeitung als Druckmittel

Ich verstehe die Welt nicht mehr. Kaum blockiert der tägliche Stapel .ch das Durchkommen zwischen Haustür und Briefkästen, liegt schon eine nächste Tageszeitung in der Luft. Ob die gratis sein soll, ist allerdings noch nicht klar. Da droht uns SVP-Präsident Ueli Maurer in einem Interview mit dem Sonntagsblick doch tatsächlich mit der Lancierung einer neuen Zeitung, falls Bundesrat Blocher nicht mehr gewählt würde im Dezember.

Die Ankündigung einer Lancierung einer Tageszeitung als politisches Druckmittel ist meines Wissens ein Novum für die Schweiz. Verlage lancieren Zeitungen um Marktanteile zu besetzen oder Inserate zu verkaufen. Die SVP verfolgt ganz andere Ziele, nämlich die anderen Parteien unter Druck zu setzen und gezielt zu diffamieren. Denn eine ausgewogene Berichterstattung kann man von einer SVP-Zeitung nicht erwarten. Maurer im Sonntagsblick:

Wir sind für den Fall einer Abwahl von Blocher gerüstet. Wird er am 12. Dezember gekippt, verkünden wir am Tag darauf die Lancierung einer Tageszeitung. Die Pläne dafür liegen in der Schublade… Die Zeitung wäre ein zentrales Element unserer Oppositionspolitik. Mit Blocher hätten wir einen Ex-Bundesrat, der den Laden in Bern von innen kennt. In unserer Zeitung könnten wir die Missstände der regierenden Parteien thematisieren. Ich bin sicher, vier Jahre später kämen wir auf 40 Prozent Wähleranteil.

Oder ob es sich bei dem ganzen nur um einen Bluff und um Wichtigmacherei handelt? Vielleicht übernimmt die SVP ja auch gleich die .ch-Redaktion und verteilt die Gratisblätter dann nur noch in Wohnhäusern mit einem Schweizer Wohnanteil von mindestens 60 Prozent.








1 Kommentar

  1. K. Füllhaas sagt:

    Unterdessen hat sich auch die NZZ dem Thema angenommen:
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