Sind Blogger auch Journalisten?

Die Diskussion, ob Blogger auch Journalisten sind, geht in den USA in eine weitere Runde. Dabei geht es hauptsächlich um rechtliche Aspekte, sonst verwischen die Grenzen zwischen Journalisten im herkömmlichen Sinne und den Produzenten von User generated Content eh immer mehr. Nach einem Bericht von ZDNet.de will der US-Senat Bloggern mehr Rechte zugestehen. Der Justizausschuss des US-Senats hat demnach einem Gesetzesentwurf zugestimmt, der Bloggern weitgehend journalistische Privilegien zum Schutz ihrer Quellen einräumt. Er sieht vor, dass die Quellen jeder Person, die regelmässig journalistisch arbeitet, durch den so genannten Free Flow of Information Act geschützt sind. Das würde konkret bedeuten, dass Blogger sogar bei Gerichtsprozessen auf Bundesebene ihre Informanten nicht preisgeben müssten. Der Gesetzesvorschlag wurde mit 15 gegen zwei Stimmen angenommen. In den meisten US-Bundesstaaten existieren diese so genannten Reporterprivilegien bereits für Gerichtsfälle auf Länderebene. Der neue Gesetzesentwurf würde den Informantenschutz auf die Bundesebene ausweiten.

Die Gleichbehandlung von Journalisten und Bloggern bereit aber einigen Politikern Kopfschmerzen, da sich Blogger ihrer Meinung nach nicht demselben Ehrenkodex wie professionelle Journalisten verpflichtet fühlen. Die Zweifler werden im Laufe der Gesetzeszulassung vermutlich weitere Ergänzungen und Einschränkungen hinzufügen wollen. Höchstwahrscheinlich werden die Reporterprivilegien nur für Personen gelten, die durch ihre journalistische Arbeit Geld verdienen. Allerdings dürfte es für Blogger einfach sein, diese Bedingung durch ein einfaches Werbebanner zu erfüllen.
Die Umwandlung des Entwurfs in ein Gesetz ist bisher zudem mehr als fraglich. Die Bush-Administration hat bereits Widerstand angekündigt, und auch das Justizministerium warnt vor der weit gefassten Journalismus-Definition. Diese könnte die nationale Sicherheit gefährden und staatliche Kriminaluntersuchungen behindern.

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1 Kommentar

  1. Uiiiii “… nicht demselben Ehrenkodex wie professionelle Journalisten verpflichtet” – na da staunt der geneigte Leser, die geneigte Leserin nicht schlecht. Muss da der Schluss gezogen werden, alle Journalisten würden sich diesem Ehrenkodex verpflichtet fühlen? – Ich dachte immer für Journaisten von Bilds, Blicks, Sun’s und was auch immer – gibts sowas nicht. ;)

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