Das an dieser Stelle schon öfters besprochene Verhältnis zwischen Bloggern und Journalisten war auch Thema am vergangenen Blogcamp vom 20. Oktober in Zürich. Die Anerkennung von Blogs in der politischen Berichterstattung hat Politologiestudentin Sarah Genner in ihrer Abschlussarbeit untersucht. Dazu hat sie Artikel aus Deutschschweizer Pressetiteln in den vergangenen sieben Jahren auf Nennungen von Blogs durchforstet. Das Ergebnis ist für die Bloggerszene ernüchternd, schreibt die NZZ:
Schweizer Medien zitieren kaum je aus Blogs – und wenn, dann sind es solche von Politikern, wie etwa das Blog von Bundesrat Moritz Leuenberger, das im untersuchten Zeitraum am häufigsten zitiert wurde, oder Blogs, die von den Medienhäusern selbst betrieben werden, wie etwa NZZ-Votum. Genners Fazit: „Es kommen so hauptsächlich Personen zu Wort, die schon vorher Zugang zu Mainstream-Medien hatten.“
Dies ist in der Tat ein ernüchterndes Ergebnis. Was mich aber auch interessieren würde, wie es beim Verhältnis zwischen von Unternehmen betriebenen Fachblogs und der Fachpresse aussieht. Greifen Fachpublikationen Themen auf, die von Firmen in Blogs lancieret werden? Gerade wenn immer mehr PR-Agenturen ihren Kunden empfehlen, mit Blogs etwas für Reputation und Image zu tun, wäre es interessant zu wissen, ob man damit auch den „Sprung“ in die klassischen Printmedien schaffen kann oder ob man aufs Internet beschränkt bleibt.







Blogs und klassische Medien – Crossmediale Kommunikation…
Als Blogger den Sprung in die etablierten Medien zu schaffen, ist immer noch extrem schwierig….
Besten Dank für die Erwähnung!
Es ging – wie im NZZ-Artikel vermittelt – nicht so sehr um die Anerkennung von Blogs in der politischen Berichterstattung, sondern darum, die Bedeutung von Blogs für die politische Öffentlichkeit abzuschätzen.
Blogs werden immer wieder als demokratische Heilsbringer gefeiert, die endlich allen Bürgerinnen und Bürgern eine Stimme in der Öffentlichkeit ermöglichen. Es war meine ursprüngliche Motivation zu sehen, was denn von diesen digitalen Stimmen in der breiten Öffentlichkeit ankommt.
Interessant ist, dass Blogs aus Krisen-, Kriegs- und Katastrophengebieten sowie Ländern mit Pressezensur als “authentischere” und schnellere Berichterstattungsmöglichkeit einen privilegierten Zugang zur westlichen massenmedialen Öffentlichkeit geniessen, und insbesondere Gratismedien sich vermehrt auf Inhalte aus Blogs stützen. In Bezug auf die “Demokratisierungsthese” ist das Ergebnis in der Tat ernüchternd: Zu rund zwei Dritteln der ausgezählten Blog-Nennungen in Schweizer Printmedien übernehmen Blogs die Funktion von Sprachrohren für Politiker, Journalistinnen und Parteien. Auch PR-Berater konnten sich einigermassen gut positionieren. Gebildete männliche Blogger können sich zudem bei einer breiten Öffentlichkeit mit einer sehr hohen Signifikanz viel stärker Gehör verschaffen.
In Bezug auf Fachblogs und Blogs von Unternehmen im Allgemeinen gibt es ja mindestens so viel “Dawider” wie “Dafür”, ob Bloggen für Firmen überhaupt sinnvoll ist. Ich aus meiner Untersuchung bloss noch eine vage Erinnerung an Nennungen von Blogs in Bezug auf Firmen. Reine PR-Blogs wurden da kaum genannt, ausser es gab eine Skandalisierung wie z.B. im Nelly Wenger/Nestlé-Fall.
interessanter weise nehmen die pendlerzeitungen eher blogartikel auf als tages- oder wochenzeitungen. obwohl ich in der sonntagszeitung ja auch schon erwähnt wurde.
Gestern im Netzwoche-Ticker gefunden: Verschiedene Blogs als allgemeine Quelle für Gerüchte rund ums iPhone. Link