Weil die Image-Agentur der Schweiz „Präsenz Schweiz“ kritische Berichterstattung ausländischer Medien nicht verhindern konnte, soll sie kurzerhand abgeschafft werden. Dies hat gemäss NZZ am Sonntag SVP-Bundesrat Christoph Blocher gefordert. Gemäss NZZ hat Christoph Blocher…
an der Bundesratssitzung vom Mittwoch die Image-Agentur des Bundes, Präsenz Schweiz, als «unnütze und schädliche Organisation» bezeichnet.
Einflussreiche ausländische Medien wie der britische Independent, die amerikanische New York Times, die französische Le Monde oder der deutsche Spiegel Online hatten über den Schweizer Wahlkampf und die Ergebnisse der Wahl zum Teil sehr kritisch berichtet. Und im Inland wurde daraufin darüber diskutiert, wie sehr das Image der Schweiz im Ausland gelitten habe. Im Vordergrund stand dabei die fremdenfeindliche Politik der SVP und ihres Bundesrats Christoph Blocher.
Blocher kritisiert im Weiteren, dass es Präsenz Schweiz nicht gelungen sei, diese Berichterstattung zu korrigieren. Ich möchte hier nicht aus Lehrbüchern zitieren, wie PR genau funktioniert sollte, aber Blocher geht hier vom völlig falschen Ansatz aus, eine Image- oder PR-Agentur könne Berichterstattung aktiv und ganz gezielt beeinflussen oder reglementieren. Bei PR geht es Bereitstellung von Informationen, Beziehungspflege und ein glaubwürdiges Auftreten nach aussen (und innen). Kurzfristiges Politi-Gepolter bringt Blocher zwar immer wieder in die tagesaktuellen Medien, diese Vorgehensweise ist jedoch nicht dazu geeignet, ein längerfristiges positives Image der Schweiz bei ausländischen Medien aufzubauen.
Wie lautet eigentlich der Auftrag von „Präsenz Schweiz“? Ein kurzer Blick auf die Webseite:
Vermitteln von Kenntnissen über die Schweiz, Verständnis und Sympathie für unser Land schaffen und die Vielfalt und Attraktivität zur Geltung bringen. Präsenz Schweiz erfüllt und koordiniert diese Aufgabe innerhalb eines breiten Netzwerkes.
Gemäss NZZ am Sonntag versteht der restliche Schweizer Bundesrat etwas mehr von Öffentlichkeitsarbeit und lies den Antrag von Christoph Blocher abblitzen. Jedoch erhielt Aussenministerin Calmy-Rey den Auftrag, bis Ende Jahr ein Papier zur Gesamtstrategie der Landeskommunikation und zu einer entsprechenden Um- und Neugestaltung der Geschäftsstelle Präsenz Schweiz vorzulegen. Micheline Calmy-Rey ist offenbar in ihrer Eigenschaft als Vorsteherin des Eidgenössischen Departements für auswärtige Angelegenheiten (EDA) auch oberste PR-Chefin unseres Landes.









