Zielgruppen werden im Web 2.0-Zeitalter nicht mehr nach Alter, Geschlecht oder Einkommen definiert, sondern nach persönlichen Merkmalen, Einstellungen und Verhalten. Das deutsche Marktforschungs-Unternehmen PbS AG hat auf Basis einer Studie eine fundierte Web-Typologie entwickelt, die Werber und Community-Betreiber künftig in die Lage versetzt, Marketingmassnahmen im Kontext des Web 2.0 weitaus effizienter als bisher zu steuern. In Bezug auf Web 2.0-Nutzung wurden acht Zielgruppen entwickelt:
Web 2.0-Enthusiasten mit hohen Ansprüchen und grossem Kommunikationsbedürfnis
„Die Sehnsüchtigen“ – Kontakt suchende Mitläufer. Sie sind schüchtern und suchen via Internet Kontakte zu interessanten Menschen. Typische Web 2.0 relevante Motive sind Dating/Partnersuche – auf Plattformen wie single.de und in Video-Communities.
“Die Denkenden” – Anspruchsvolle Strategen. Sie sind „Kopfmenschen“, die planen, analytisch denken und vielseitig interessiert sind. Treibende Kraft der Web 2.0-Nutzung ist die Wissenserweiterung in Form von User Generated Content.
„Die Fühlenden“ – Emotionale Optimisten. Sie gehören zur Fraktion der „Bauchmenschen“ – mit der Vorliebe für Kontakte, Schöngeistiges und Shopping. Zu den relevanten Web 2.0-Interessen zählen Social-Life-Interaktionen zur Umsetzung von Lebensgefühlen.
„Die Freien“ – Konsumorientierte Individualisten. Sie sind gebildet, flexibel, ungebunden, übernehmen selten Verantwortung und weisen eine deutlich höhere Konsumorientierung als die vorgenannte Web 2.0-Kernzielgruppe auf. Das soziale Netz ist zwar wichtig, aber nicht, um sich zu binden. Treiber der Web 2.0-Nutzung: Mobilität, Flexibilität, Konsum.
Typen mit geringerer Web 2.0-Affinität und eingeschränktem Kommunikationsbedürfnis
„Die Relaxten“ – Schlichte Unterhaltungsorientierte. Sie haben kaum hohe persönliche Ziele bzw. Interessen und auch keine intensive Beziehung zu Familie und Freunden. Im Internet suchen sie Spiel, Unterhaltung, Entspannung; sie lassen sich eher treiben, ohne bevorzugte Adressen zu besuchen. Mit 23 Prozent bzw. 9 Mio. Personen bilden sie den höchsten Anteil.
„Die Getriebenen“ – Informierte Realisten. Sie sind sachlich, analytisch, gesundheitsbewusst und haben hohe Ziele und Ansprüche. Online-Netzwerke sind ihnen bekannt, doch tauschen sie sich nur selten darin aus. Das Web 2.0 wird von ihnen vorrangig zur Information genutzt.
Typen, die das Internet nur sporadisch nutzen
„Die Ruhenden“ – Konservative Beobachter. Sie sind anspruchsvoll, gebildet, messen ethischen Werten hohe Bedeutung bei und verfügen über das höchste Haushaltsnetto-Einkommen. Als reine Zuschauer zählen sie zur ältesten Nutzergruppe, die kaum Affinität zu Communities aufweist.
„Die Skeptiker“ – Bodenständige Passanten. Sie verhalten sich klar, vernünftig, objektiv, pflegen traditionelle Werte und tummeln sich im Web höchstens, um ihrem Informations- und Unterhaltungsbedürfnis nachzugehen.
Quelle: IM Marketing Forum
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Eine Typologie versetzt ja noch in gar keine Lage. Wenn diese Schlussfolgerung formuliert wird, würde mich interessieren, was diese Typologie für die Berufskommunikatoren bedeuten könnte? – Welche konkreten Handlungsanweisungen liessen sich denn für die Sehnsüchtigen ableiten, die z. B. auf Dating/Partnersuche aus sind? – Bietet man denen jetzt Produkte fürs Partnerfinden an oder wofür sind diese Gruppen bereit Geld auszugeben – anspornt durch Werbung?