Nachrichten im Internet machen den gedruckten Tageszeitungen zunehmend Leser abspenstig. Dies ist an sich keine neue Erkenntnis, nun konnte diese Nutzungsverschiebung von Print zu und Online erstmals wissenschaftlich nachgewiesen werden. Die Autoren Castulus Kolo und Robin Meyer-Lucht veröffentlichten die Resultate ihrer in Deutschland durchgeführten Studie in der aktuellen Ausgabe von „Medien- und Kommunikationswissenschaft“.
Sie nahmen die Nutzung von Nachrichtensites, die zum grossen Teil von Zeitungsverlagen ins Internet gestellt werden, und gedruckten Zeitungen im Zeitraum 2001 bis 2006 unter die Lupe. Dabei ergab sich, dass Tageszeitungen genau dort besonders viele treue Leser verlieren, wo eine starke Hinwendung zum Internet als Nachrichtenmedium zu beobachten ist. Besonders stark betroffen sind die Altersgruppen der 25- bis 34- Jährigen und der 35- bis 44-Jährigen. Bei ihnen ist der Anteil der regelmässigen Leser von Abonnements-Tageszeitungen von 2001 bis 2006 von 50,5 auf 37,4 und von 64,8 auf 54,2 Prozent zurückgegangen.
Verlage sind somit gefordert die Leser, welche sie im Printbereich verlieren, online an sich zu binden. Starke Marken wie der deutsche Spiegel oder etablierte Zeitungen aus der Schweiz wie NZZ, Tagesanzeiger und Blick sind dabei klar im Vorteil. Wer als Zeitung heute einen unattraktiven Online-Auftritt bietet, wird seine Leser an die Konkurrenz verlieren. Oben genannte Zeitungen haben in der letzten Zeit ihre Webseiten neu gestaltet oder zumindest überarbeitet und auch vermehrt interaktive Möglichkeiten wie Kommentare oder Bewertungen eingebaut (siehe dazu Schweizer Newsseiten mangelt es an Usability). Andere Zeitungen wie deutsche Welt arbeiten nach dem Motto „web first“ und veröffentlichen neue Artikel sofort im Internet und warten nicht, bis die neue Tagesausgabe erschienen ist.
Der Trend geht einher mit den allgemeinen Veränderungen der Mediennutzung wie sie in der Grafik unten dargestellt sind:

Quelle: IPMZ – Institut für Publizistikwissenschaft und Medienforschung, Uni Zürich
Mit Material von newsticker.welt.de







Der Trend geht Richtung Blogs