Reputation und Identität versus Datenschutz

Menschen stellen sich im Internet aus den verschiedensten Gründen zur Schau: Kontakte knüpfen und pflegen via Social Networks oder gezielt etwas für die eigene digitale Reputation tun. Ob man nun mit seinen Online-Aktivitäten rein private oder berufliche Ziele verfolgt, eins gilt immer: Anbieter wie Facebook nutzen die Daten, welche die User hinlegen, um damit Geld zu verdienen. Dass dies zu Erschütterungen in der Community führt, muss diese Tage die deutsche Plattform StudiVZ erleben. Grundbedürfnisse wie Privatsphäre und Datenschutz sind auch mit der Generation 2.0 nicht unter gegangen, auch wenn Jugendliche einen sorgloseren Umgang mit persönlichen Daten im Internet pflegen.

Wie sieht es mit den Internetusern im Durchschnitt aus? Eine Untersuchung des Pew Internet & American Life Project zeigt, dass unterdessen 47 Prozent nach Informationen über sich selbst online gesucht haben, vor fünf Jahren lag diese Zahl noch bei 22 Prozent. Über die Hälfte aller Internetuser (60 Prozent) machen sich jedoch keine grossen Gedanken darüber, wie viele Informationen über sie im Internet zu finden sind. Immerhin 38 Prozent sind daran, die Informationsmenge im Internet zu begrenzen. Im Allgemeinen, so kommt die Studie zum Schluss, betreiben nur sehr wenige User ein systematisches Management ihrer digitalen Online-Identität. Die vorliegende Studie basiert auf Umfragen vom Dezember 2006 und Februar 2007, ich vermute daher, dass sich seitdem diese Zahlen etwas verschoben haben. Dazu beigetragen haben unter anderem die Debatten um das Beacon System von Facebook.

Die explosionsartige Entwicklung von Blogs und Social Networks hat dazu geführt, dass heute eine Vielzahl von Informationen über Personen online verfügbar ist. Aber auch Unternehmen sind gefordert: Diskussionen und Bewertungen zu Produkten oder dem Verhalten der Firma wirken sich auf einen positiven oder negativen Ruf in der Blogospähre aus. Zudem nehmen auch viele Personen in ihrer Eigenschaft als Angestellte eines Unternehmens in Social Networks teil.

Wie stellt man sich als Unternehmen dem Dialog in der Web 2.0 Welt? Wie soll man als Privatperson beachten, damit die nächste Jobsuche nicht zum Desaster wird? Dazu in den kommenden Tagen zwei separate Beiträge:

Lesen Sie am Donnerstag (20.12.07):
Mein guter Ruf – Online-Identitätsmanagement für Personen im Internet

Lesen Sie am Sonntag (23.12.07):
Online Reputationsmanagement für Unternehmen








2 Kommentare

  1. Pligg sagt:

    Reputation und Identität versus Datenschutz – Crossmediale Kommunikation…

    Menschen stellen sich im Internet aus den verschiedensten Gründen zur Schau: Kontakte knüpfen und pflegen via Social Networks oder gezielt etwas für die eigene digitale Reputation tun….

  2. Patrick sagt:

    Was ist mit den Leuten, die sich an einer solchen Aktionen nicht beteiligen, werden die früher oder später aus dem realen Leben ausgeschlossen?
    So nach dem Motto: du bist nicht auf Facebook, also bist du kein Mensch für mich?

    Datenschutz ist ein einmaliges Gut, in der heutigen Zeit wird es viel zu schnell verschenkt.

    Gruss Patrick