Web 2.0 setzt sich in der Medienwelt immer mehr durch. Der US-Nachrichtensender CNN wird diese Woche ein Online-Nachrichtenportal starten, bei dem User die Möglichkeit haben, ihre selbst erstellten Video-, Foto- und Audiobeiträge zu veröffentlichen. Wie Mediaweek berichtet, ist die Plattform an YouTube angelehnt. User können ihre Nachrichtenbeiträge anhand verschiedener thematischer Kategorien selbst zusammenstellen, Beiträge untereinander bewerten und teilen. Auch die Einbindung von Clips auf der eigenen Homepage soll möglich sein.
CNN räumt zwar ein, dass der Start der Seite eine Abkehr des Senders von traditionellen journalistischen Werten wie Sorgfalt und redaktioneller Beurteilung darstellt, baut aber auf die grosse Popularität von User-generierten Inhalten:
CNN executives acknowledge that iReport.com’s openness is something of a departure for a news organization that prides itself on accuracy and editorial judgment. But iReports have become increasingly popular, and in many cases have even proved beneficial in the reporting of breaking news. (Quelle: Mediaweek)
Das zweite Bürgerjournalismus-Projekt kommt aktuell aus Deutschland. Die Social News-Plattform Webnews.de, selbst ein Kind von Web 2.0, bietet ihren Usern die Möglichkeit unter www.webnews.de/augenzeuge eigene Beiträge zu veröffentlichen.
Thorsten Lüttger von Webnews sagt dazu in der Medienmitteilung:
„Neben dem Verlinken und Bewerten von interessanten Nachrichten möchten wir jetzt unseren Usern auch die Möglichkeit geben, eigene Nachrichten zu veröffentlichen. Als Augenzeugen berichten sie über die Erlebnisse, die sie bewegen. Gerade der persönliche Blickwinkel, das eigene Involviert sein und die authentische Berichterstattung spiegeln die neuen Chancen des Online-Journalismus besonders gut wieder.”
Derartige Aussagen dürften Leuten wie Michael Konken, Bundesvorsitzender des Deutschen Journalisten-Verbands (DJV), neue Munition liefern. Er spricht Bloggern und anderen Inhalteproduzenten pauschal jegliche Fähigkeiten ab.
Das ein grosses und etabliertes Medienunternehmen wie CNN sich an ein derartiges Projekt wagt, ist schon beachtlich. Der Schritt erfolgt sicher auch aus wirtschaftlichen Überlegungen, weil so genannter user-generated content und Communities momentan extrem populär sind. iReport-Inhalte sollen laut Mediaweek immer deutlich gekennzeichnet sein, will man doch sicherlich die Marke CNN nicht aufs Spiel setzen.










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