Autokonzerne, globale Erwärmung und „crock of shit“

Spätestens seit die deutsche Kanzlerin Angela Merkel am G8-Gipfel in Heiligendamm im vergangenen Juni das Thema C02-Emmission und globale Erwärmung für sich neu entdeckt hat, sollte eigentlich allen klar sein, dass gegen die Klimaerwärmung aktiv etwas getan werden muss – auch wenn die Wahrheit halt für manche unbequem sein mag.

Und was flattert mir da gestern ins Haus? Ein Hochglanzpropekt von Mercedes mit den neusten Modellen von SL, CLS und SLK.

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Bildquelle: mercedes-benz.ch

„Die drei Mercedes-Traumwagen verbindet vor allem eins: ihr aussergewöhnlicher Anspruch. Er zeigt sich in den dynamischen und zeitlosen Designs ebenso wie in den exklusiven Ausstattungen – und nicht zuletzt in den temperamentvollen Fahrleistungen.“

„…und in den extrem hohen CO2-Emissionen“ müsste man den Mercedes-Text des Begleitbriefes ergänzen. Die notwendige Reduktion der Schadstoffemissionen ist bei den deutschen Autobauern bis heute nicht angekommen. Ein Blick auf kürzlich gestarteten Daimler Blog zeigt: Thema globale Erwärmung unbekannt, wobei doch ein Blog ein geeignetes Medium wäre, solche Themen aufzugreifen und zu signalisieren, dass man als Unternehmen die Zeichen der Zeit erkannt hat und die Verantwortung wahrnimmt. Aber wo nichts ist, gibt es auch nichts zu bloggen. Mercedes kultiviert also weiterhin sein Image als Premium-Marke, wo PS und Luxus wichtiger sind, als der Umgang mit unser aller Ressourcen. Aber vielleicht kann man Mercedes hier gar keinen Vorwurf machen. Produkte und Marketing sind genau auf die Zielgruppe zugeschnitten, und da ist Umwelt halt kein Thema. Wobei ich glaube, dass so eine Strategie sich langfristig nicht auszahlen wird. Gemäss dem Green Tech Blog will Mercedes am Auto-Salon in Genf im März ökologische Modelle vorstellen. Aber die Werbung von Mercedes setzt nach wie vor auf die „alten Werte“, wie das eingangs zitierte Beispiel zeigt.

Auf der anderen Seite des Atlantiks geht man mit dem Thema ganz anders um: Ende Januar bezeichnet Vice Chairman Bob Lutz von GM im Gespräch mit Journalisten die globale Erwärmung „a total crock of shit“. Dies löste im Internet einen riesengrossen Proteststurm aus. Als Beispiel das Posting von frontburner.dmagazine.com. Doch Lutz verfügt über einen eigenen Blog, so dass er direkt zu den Angriffen auf seine Personen Stellung nehmen konnte. Sein FastLane-Blog gehört zu den bekanntesten Topmanager-Blogs überhaupt.

In seinem Posting „Talk About a Crock…“ vom 21. Februar distanziert sich in keiner Weise von seiner Aussage und sagt, seine persönliche Meinung spiele eigentlich keine Rolle. Wichtig sei nur, dass er die richtigen Business-Entscheidungen für GM treffe. Lutz will die Autoindustrie aus der ganzen Debatte heraushalten:

„But among my strongest beliefs is that my job is to do what makes the most business sense for GM… General Motors is dedicated to the removal of cars and trucks from the environmental equation, period. And, believe it or don’t: So am I! It’s the right thing to do, for us, for you and, yes, for the planet. My goal is to take the automotive industry out of the debate entirely. GM is working on just that…“

Bis heute sind 358 Kommentare zu diesem Posting hinterlassen worden. Auch in anderen Postings werden verschiedene Modelle und Entwicklungsprogramme der GM-Marken vorgestellt, bei denen es um alternative Antriebe geht.

Bob Lutz Statement zeigt die pragmatische Haltung, welche viele Unternehmen unterdessen gegenüber dem Wunsch der Konsumenten nach umweltverträglichen Produkten eingenommen haben. Wenn es diese Einstellung auch bei Mercedes gibt, wäre höchste Zeit, diese auch in der Kommunikation sichtbar zu machen. Mal sehen, wie Mercedes während und nach dem Auto-Salon (6.-16.3.) dies tut.








2 Kommentare

  1. Pligg sagt:

    Autokonzerne, globale Erwärmung und „crock of shit“ – Crossmediale Kommunikation

    GM und Mercedes geht sehr unterschiedlich in der Kommunikation (speziell im Web) mit dem Thema globale Erwärmung und alternative Antriebe um.

  2. [...] Siehe auch General Motors bloggt ums Überleben (fuellhaas.com) Autokonzerne, globale Erwärmung und „crock of shit“ (fuellhaas.com) [...]