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    Überflüssige Blogger / Journalisten-Debatte

    Veröffentlicht am: 2. März 2008 von K. Füllhaas

    Tyler Brûlé, der uns Schweizern das Corporate Design der ehemaligen nationalen Airline Swiss hingezaubert hat, äusserte sich vor ein paar Tagen in einem Interview mit der Süddeutschen Zeitung zum Thema Blogger und Journalisten. Auf die Frage, ob Blogger eine Bedrohung für den professionellen Journalismus seien, antwortete Brûlé:

    Das ist nur für diejenigen Menschen eine wirkliche Bedrohung, die den Unterschied zwischen dem, was ein Blogger schreibt, und dem, was ein Journalist tut, nicht kennen. Die meisten Blogger reagieren ja nur anstatt selbst zu recherchieren oder zu berichten. Sie gehen nach dem Copy-and-Paste-Prinzip vor, sprich: Sie kopieren irgendwo Texte heraus, fügen sie in ihr Blog ein und kommentieren das. Für mich hat das aber nichts mit Journalismus zu tun!

    Wenn ich das so lese, scheint Brûlé nicht allzu viel für Blogger übrig zu haben. Da es nicht eine ISO-standardisierte Art zu bloggen gibt und Blogs eben sehr individuell und von der Persönlichkeit ihres Autors geprägt sind, scheint mir die immer wieder aufkommende Abgrenzungsdebatte zwischen Blogging und Journalismus ziemlich mühselig. Interessant nur, dass die Debatte immer wieder von Vertretern der etablierten Medien aufgewärmt wird. Neben Tyler Brûlé, der auch Magazine wie Wallpaper und Monocle herausgibt, ist Michael Konken, Bundesvorsitzender des Deutschen Journalisten-Verbands (DJV), prominenter Vertreter dieser Gattung.

    Woher kommt eigentlich dieser Zwang, ständig Blogger und Journalisten miteinander zu vergleichen? Und Blogger immer als „Nicht-Journalisten“ zu definieren? Nicht jeder Blogger will ein Journalist sein. Sinnigerweise hält die Wikipedia als eine bekanntesten Web 2.0-Seiten zwar eine langen Eintrag zum Stichwort „Journalist“ bereit:

    Ein Journalist ist, „wer hauptberuflich an der Verbreitung von Informationen, Meinungen und Unterhaltung durch Massenmedien beteiligt ist“, so der Deutsche Journalisten-Verband. Aus rechtlicher Sicht kann sich jeder als Journalist bezeichnen (Artikel 5 Grundgesetz).

    Unter „Blogger“ findet man nur den kümmerlichen Hinweis „Autor eines Weblogs“. Und unter “Weblog” liest man dann folgendes:

    Ein Blog ist ein für den Herausgeber („Blogger“) und seine Leser einfach zu handhabendes Medium zur Darstellung von Aspekten des eigenen Lebens und von Meinungen zu oftmals spezifischen Themengruppen. Weiter vertieft kann es auch sowohl dem Austausch von Informationen, Gedanken und Erfahrungen als auch der Kommunikation dienen. Insofern kann es einem Internetforum ähneln, je nach Inhalt aber auch einer Elektronischen Zeitung.

    Damit wäre dann die Verwirrung wieder komplett.


    Kategorien: Blogger, Blogs, Journalismus, Medien |

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    6 Kommentare zu “Überflüssige Blogger / Journalisten-Debatte”

    1. Pligg meint:
      2. März 2008 um 15:13

      Überflüssige Blogger / Journalisten-Debatte - Crossmediale Kommunikation

      Woher kommt eigentlich dieser Zwang, ständig Blogger und Journalisten miteinander zu vergleichen? Und Blogger immer als „Nicht-Journalisten“ zu definieren? Nicht jeder Blogger will ein Journalist sein.

    2. Marcel Schreyer meint:
      4. März 2008 um 19:45

      Die Journalisten tun mir ehrlich gesagt leid - aber warum soll ich mich als Blogger aufregen?! Schon mehrmals wurden Branchen von Bewegungen überrollt, die es offiziell gar nicht gab. Dann war das Jammern groß…

    3. Sind Blogger Journalisten oder einfach nur feige? meint:
      4. März 2008 um 20:01

      […] ansprechen: Der Schweizer PR-Berater Karsten Füllhaas schreibt in einem Blogartikel über die Überflüssige Blogger/Journalisten-Debatte, die meist von seiten der klassischen Journalisten aus betrieben wird. Vielsagend ist ein Zitat aus […]

    4. Antoine Kuske meint:
      6. März 2008 um 05:22

      Bleibt die Frage ob jeder der mit einer Blogsoftware arbeitet ein Blogger ist oder sein will.
      Wordpress ist soeinfach zu handhaben und zu erweitern, dass sich die Software auch als CMS oder normal Website einsetzen lässt.

    5. LD meint:
      21. März 2008 um 11:54

      Die ganze Journalisten/Blogger-Debatte ist lediglich ein Ausruck der eigenen Verunsicherung gewisser Journalisten, weil ihnen eine Abgrenzung zu “Artfremden” schwer fällt, seit es Blogs gibt. Meine Empfehlung: einfach ignorieren!

    6. Was Quellen über den Blogger aussagen - Crossmediale Kommunikation meint:
      25. April 2008 um 03:00

      […] berichtet wurden, ist schon von anderen vertreten worden, im Rahmen der immer wieder aufflammenden Diskussion, ob Blogger auch Journalisten seien oder nicht. Dazu soll sich jeder seine eigenen Gedanken machen, ich will an dieser Stelle nicht näher drauf […]

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