Soll man als Blogger überhaupt recherchieren oder einfach nur Texte aus anderen Medien zusammenfassen und seine eigene Meinung dazu schreiben? Ich denke, wenn man seinen Leserinnen und Lesern Inhalte bieten will, die sie nicht an dutzenden anderer Orte im Web auch finden, kommt man um gewisse Eigenleistungen nicht herum. Dazu hat man mehrere Möglichkeiten:
- Als Blogger kann man Ereignisse und Erfahrungen aus dem privaten und beruflichen Umfeld aufgreifen und damit eine inhaltliche Eigenständigkeit und Abgrenzung von anderen Blogs erreichen.
- Mit einer Webrecherche kann man zu einem aktuellen Thema Zusatzinformationen zusammenstellen, das Thema in einen grösseren Kontext einordnen und so dem Leser einen Mehrwert bieten.
- Oder man versucht Antworten zu finden, die in der Berichterstattung der Medien nicht gegeben werden.
Für diese dritte Vorgehensweise muss man Unternehmen und Institutionen direkt kontaktieren, ich suche mir dazu im Web meistens die PR-Verantwortlichen oder die Medienstelle heraus. Auch beim Recherchieren für einen Fachartikel für eine Zeitschrift gehe ich so vor.
Was dann aber an Feedback kommt, ist meistens sehr dünn – in den meisten Fällen kommt nämlich gar nichts. Ist man als kleiner Blogger zu unwichtig, so dass sich die meisten Kommunikationsverantwortlichen entscheiden, kein Statement abzugeben? Oder sind sie verunsichert, weil als Absender der Anfrage keine etablierte Medienmarke steht? Eine Anfrage der Neuen Zürcher Zeitung oder vom Blick würde sicher zügig beantwortet.
Aber auch beim Recherchieren für einen Fachartikel für eine anerkannte Zeitschrift kann man schnell seine liebe Mühe haben. Aktuell recherchiere ich zum Thema „Online Reputation und Communities“ und habe dafür verschiedene Schweizer Unternehmen angeschrieben. Als Auskunftsperson in einem Fachartikel Statements abzugeben, ist doch eigentlich kostenlose PR für das Unternehmen. Aber Vielen scheint nicht viel dran zu liegen: „Ihr Mail auf info@… ist bei uns im Nirwana gelandet…“ oder „Ich hab Ihre Anfrage in meinem to-do Ordner abgelegt…“ sind gängige Ausreden. Oder noch besser: Nach zwei Wochen Funkstille sicht entschuldigen, Antworten auf ein bestimmtes Datum hin versprechen und dann doch nichts schreiben.
Alle Unternehmen schreien nach Aufmerksamkeit und bezahlen zum Teil viel Geld dafür, um sich diese zu erkaufen. Wenn man dann auf sie zugeht, erfährt man häufig Ablehnung oder Desinteresse. Das soll mir mal einer erklären.










Frustrierende Recherchearbeit als Blogger – Crossmediale Kommunikation
Viele Unternehmen tuen sich schwer, Bloggern Auskünfte zu erteilen. Aber auch beim Recherchieren für Print-Artikel sieht es häufig nicht besser aus.
Eine Verunsicherung von Unternehmen gegenüber Bloggern ist sicher da (wenn man es höflich ausdrücken möchte). Ich unterstelle, dass viele Blogs einfach nicht einschätzen können.
Was journalistische Anfragen angeht, machen meine Studenten bei Rechercheaufgaben in 80 Prozent der Fälle die Erfahrung, dass man mit dem Telefon weiter kommt als mit einer Mailanfrage. Traurig, aber wahr. Mails scheint man leichter auf die (virtuelle) lange Bank schieben zu können. Mails an info-Adressen landen ohnehin selten an der richtigen Stelle…
Meiner Meinung nach (subjektive Ansicht) unterscheidet sich ein Blog von den ‘offiziellen’ Medien dadurch, das sie einen subjektiven Blickwinkel haben.
TV, Radio und Printmedien sind eher der Sache und Blogs eher ihrem Betreiber verpflichtet.
Wenn ich Blogge, schreibe ich eine subjektive Betrachtung über eine objektive Tatsache oder Erfahrung. Der Wert des Blogs liegt in der subjektiven Betrachtungsweise. Um meine subjektiven Wahrnehmungen darzustellen, brauche ich keine fremden Quellen. Ich schöpfe aus meinem Fachwissen, meiner Erfahrung und meiner Kombinationsgabe.
Die Objektivität überlasse ich gerne den ‘offiziellen’ Medien. Ob es überhaupt Objektivität gibt ist eine andere Frage und gehört ins philosophische Nähkistli und nicht in einem Marketing Blog