Gerade in der Kommunikation in den sozialen Medien sind Authentizität und Glaubwürdigkeit wichtig. Zwei Studenten der Universität Friburg haben eine Arbeit mit dem Titel “Eine quantitative Studie über die Rezipienten von Corporate Blogs – Soziodemographisches Profil, Nutzungsverhalten, Meinungsführerschaft und Nutzungsmotive” verfasst. Diese basiert unter anderem auf einer online durchgeführten Umfrage. Ihre Ergebnisse haben die beiden nun veröffentlicht.
Folgende Punkte sind relevant, damit ein Blog von seinen Lesern als glaubwürdig empfunden wird:
Inhaltliche Aspekte
Zu viele Produktinformationen machen eine Corporate Blog unglaubwürdig. Diese Überzeugung sind über 63 % aller Befragten. Zudem extrem wichtig ist, dass alle Inhalte mit Quellenangabe versehen sind (93,6 % Zustimmung).
Formale Aspekte
Werbung und anonyme Postings beeinflussen die Glaubwürdigkeit negativ. Dasselbe gilt auch, wenn der Blog nur selten aktualisiert wird. Der Kommentarfunktion kommt ebenfalls hohe Bedeutung zu: 61.6 % der Befragten sind der Meinung, dass ein Corporate Blog ohne offene und anonymisierte Kommentarfunktion unglaubwürdig ist. Über die Hälfte ist zudem der Meinung, dass Hyperlinks die Glaubwürdigkeit erhöhen kann.
Autor
Hinter Corporate Blogs stehen Autoren. Sie prägen durch Selektion, Redaktion und Publikation der Themen und Inhalte den Corporate Blog. Ein Blog ohne Hintergrundinformationen zum Autor wirkt extrem unglaubwürdig (79,1 %). Schreiben mehrere Autoren für den Blog, erhöht das die Glaubwürdigkeit.
Zusammenfassend kommen die Autoren zum Schluss:
Im Grossen und Ganzen hat sich gezeigt, dass seitens der Rezipienten die Anforderungen an Corporate Blogs von denjenigen an herkömmliche Weblogs nur wenig abweichen. So bleibt ein Corporate Blog von der Charakteristik her ein Weblog. Ein glaubwürdiger Corporate Blog zeichnet sich vor allen durch die Beachtung der Regeln von herkömmlichem Weblogs aus. Dies bedeutet, dass die Regeln der Blogosphäre grösstenteils auch in der Corporate Blogosphäre gelten.
Wer als Unternehmen ein Corporate Blog starten will, kommt um Grundkenntnisse der Blogosphäre nicht herum.










Ich würde hier aus eigener Erfahrung hinzufügen, dass ein wesentlicher Unterschied zwischen Corporate Blogs und “anderen” Blogs eben genau die Kommentare sind. Sicher ist richtig, dass die Kommentarfunktion als solche und sichtbar zur Verfügung stehen sollte. Aber sie wird in Corporate Blogs (bis auf jene berühmten Ausnahmen) viel vorsichtiger und zurückhaltender genutzt als in der Blogosphäre üblich. Und das gilt auch, wenn die Beitrage bzw. der Blog selbst so wenig wie möglich auf die eigenen Produkte abzielt.