Kommunikationskrise bei der Schweizer Grossbank UBS

ubs-logo.jpgDie Schweizer Grossbank UBS kommt aus den negativen Berichten nicht mehr heraus. Wie viele andere Banken auch, hat sie im Strudel der US-Kreditkrise viel Geld verloren. Die Bekanntgabe der genauen Höhe der Abschreibungen erfolgte schrittweise, was sich nicht positiv auf das Vertrauen der Kunden und Börsenwelt in das Unternehmen auswirkte.
Dann hielten Diskussionen um die Person des Präsidenten Marcel Ospel, die Sonder-GV und die drohende Sonderprüfung durch die Anlagestiftung Ethos die Medien- und Finanzwelt in Atem. Keine Möglichkeit für die UBS sich positiv in Szene zu setzen, um verloren Boden wieder gutzumachen. Nicht zu vergessen ist auch die Kapitalaufstockung, an welcher die bestehenden Aktionäre sich nicht beteiligen können. Auch dieses Verhalten war sicher nicht geeignet, das Ansehen bei den eigenen Aktionären wieder zu steigern.

Und nun kommen auch noch die eigenen Mitarbeiter unter die Räder. Wie die Sonntagszeitung unter Berufung auf ein UBS-Kadermitglied berichtet, habe sich die Bank zum Ziel gesetzt, rund 8000 Stellen abzubauen. Dies soll CEO Marcel Rohner im Rahmen einer internen Standortbestimmung angeregt haben:

Die Manager sollen bis April Vorschläge einreichen, wie die Effizienz der Bank gesteigert werden kann. Das Ziel ist, je nach Abteilung zwischen fünf und zehn Prozent der Stellen zu streichen. Das entspricht einem Abbau von bis zu 8000 Stellen.

Auf tagesanzeiger.ch kommt UBS-Sprecher Axel Langer zu Wort.

Auch zum Abbau von bis zu 8000 Stellen sagte Langer: «Das kann ich nicht bestätigen. So ist es nicht gesagt worden.»

Egal wie es nun genau gesagt wurde, wenn ich das als UBS-Mitarbeiter aus der Zeitung erfahren muss, ist das der falsche Weg. Auf Grund von schwammigen und unkonkreten Aussagen haben nun viele UBS-Mitarbeiter ab heute Angst um ihren Arbeitsplatz. Wie sollen sie da noch Vertrauen zu ihrem Arbeitgeber haben oder sich Mühe geben, das angeschlagene Schiff Grossbank UBS wieder auf Kurs zu bringen?

Die Krise der letzen Monate bei der UBS ist nicht nur eine wirtschaft-finanzielle. Sie offenbar auch Schwächen in der externen und internen Unternehmenskommunikation. Fast schon etwas höhnisch wirkt da die aktuelle Kampagne der UBS, in der sie ihre eigenen Mitarbeitenden in den Mittelpunkt stellt.

„Die neue Kampagne «Sie & …» zeigt die Menschen, die für UBS stehen und die dem Unternehmen ein Gesicht geben: also unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.“

…ist auf der UBS-Webseite zu lesen.

Bleibt abschliessend nur noch zu sagen, dass es sich die UBS mit allen ihren wichtigen Dialoggruppen (Mitarbeitende, Aktionäre, Finanzmärkte, Kunden) gründlich vergeigt hat.








3 Kommentare

  1. Pligg sagt:

    Kommunikationskrise bei der Schweizer Grossbank UBS – Crossmediale Kommunikation…

    Die Krise der letzen Monate bei der UBS ist nicht nur eine wirtschaft-finanzielle. Sie offenbar auch Schwächen in der externen und internen Unternehmenskommunikation….

  2. Bleibt anzumerken, dass es bei einer solchen Krise, wie sie die UBS gerade durchstehen muss, Fehler in der Kommunikation wohl kaum vermeiden lassen. – Mal abgesehen davon, es würde eine PR-Genie am richtigen Platz sitzen. Denn ein grosser Teil des Managementes wird sich gerade über sehr viel anderes auch noch die Köpfe “heiss reden” müssen.

  3. [...] vornehmen. Nun steckt sie noch tiefer im Schlamassel und es könnte neben der bereits bestehenden Kommunikationskrise bei der Schweizer Grossbank alles noch viel bitterer [...]