Sind Sie sicher, dass niemand heimlich „mitliest“, wenn Se dieses Posting lesen?
Überwachung ist für mich das Unwort der letzen Tage – seien es Drohnen anlässlich der EURO 2008 oder ausspionierte Mitarbeiter beim deutschen Supermarkt Lidl. Auch digitale Medien wie das Internet bieten naturgemäss viele Möglichkeiten der Überwachung, zum Beispiel kann man einfach die Aktivitäten von Personen via Microblogging-Dienste wie Twitter verfolgen. Hier gibt die Person natürlich freiwillig Informationen preis, im Gegensatz zur heimlichen Überwachung.
Die Überwachungen und Reglementierung der Internet-Aktivitäten am Arbeitsplatz ist in jeder Firma ein heisses Eisen. Logischerweise geben wenig Firmen gerne Auskunft darüber. Deshalb ist es um so interessanter, Zahlen aus Grossbritannien zu diesem Thema zu haben: Gemäss einer aktuellen Untersuchung von PricewaterhouseCoopers überwachen und protokollieren rund 85 Prozent aller britischen Unternehmen regelmässig die Onlineaktivitäten ihrer Mitarbeiter. Zudem setzen 81 Prozent der analysierten britischen Betriebe Firewall-Programme ein, um den Zugriff auf bestimmte Webseiten zu blockieren. Ausschlaggebend sei für die strengen Kontrollmassnahmen vor allem ein generell gesteigertes Gefahrenbewusstsein in den Reihen der Wirtschaftsunternehmen, heisst weiter in einer Meldung auf pressetext.
Dabei spielen nicht nur der Schutz vertraulicher firmeninterner Informationen und die Abwehr von Social Engineering Attacken eine Rolle, sondern auch die Sorge um das Image des Unternehmens, wenn Angestellte Inhalte auf Social Networking-Seiten veröffentlichen.
In addition, businesses are becoming increasingly concerned about what is being said about them on social networking sites (such as MySpace, Facebook and Bebo), and some staff have posted confidential information on these sites.
Klar ist es nicht richtig, Vertrauliches im Internet zu veröffentlichen. Der Schaden für ein Unternehmen kann unter Umständen beträchtlich sein. Ebenso muss aus Sicht der IT-Sicherheit alles getan werden, um das Unternehmen vor Angriffen zu schützen. Wenn Angestellte sich auf Social Networks unterwegs sind, bieten sich aber auch viele Chancen für ein Unternehmen. So tragen Angestellte zum Aufbau einer positiven digitalen Reputation für das Unternehmen bei.
Die Schweizer ICT-Fachzeitschrift InfoWeek.ch titelt dieses Woche sogar „Social Networks: ein gefährlicher Trend“ und zitiert eine Umfrage des Security-Dienstleisters McAfee:
Ein Drittel der CIOs in Europa erlaubt die Nutzung von SNS (Social Networking Sites) explizit, denn sie haben ja auch ihr Gutes. Ein Fünftel der Unternehmen sperrt den Zugriff seiner Mitarbeiter. Das Fazit: Rund die Hälfte aller Unternehmen lässt also seine Angestellten mehr oder weniger frei gewähren.
InfoWeek.ch empfiehlt in Social Networks besonders gewissenhaft darauf zu achten, welche Informationen man preisgibt und wen man als Kontakt akzeptiert sowie die Einführung von Richtlinien zur beruflichen Nutzung von Social Networks.
Schlussendlich muss sich jedes Unternehmen fragen, ob es die Chancen oder die Gefahren einer Kommunikation via Social Media als höher bewertet. An dieser Stelle möchte ich nochmals Tim Bray, Leiter der Abteilung Web-Techniken bei Sun Microsystems, zitieren:
“Wer meint, er brauche Filtertechniken, um zu verhindern, dass Mitarbeiter das Ansehen der Firma schädigen, hat ein Führungsproblem, das mit technischen Mitteln nicht gelöst werden kann.”
und
“Ohne unsere aktiven Blogger hätten wir nicht den engen Kontakt zu unserer Anwendergemeinschaft aufbauen können. Und dies ist ein solch wichtiges Gut, dass man die möglichen Gefahren gerne in Kauf nimmt.”










Überwachung als negativer Trend – Keine Angst vor Social Media Kommunikation – Crossmediale Kommunikation…
Internet-Überwachung am Arbeitsplatz: Gehen Chancen für Social Media Kommunikation für das Unternehmen verloren?…
Die Kehrseite der Social Media Kommunikation ist das sie gezielt zum Mittel der Gegenpropaganda und Desinformation eingesetzt werden kann. Die Social Media Kommunikation eröffnet ein weites Feld für die psychologische Kriegsführung und soziale Experimente.