Deutsche Telefonkunden haben in den letzen Tagen wohl nicht schlecht gestaunt: Eine Flatrate ist gar keine Flatrate. Die Anbieter Base, Arcor und Congstar haben ihren Kunden ohne Vorwarnung die Kündigung ins Haus geschickt. Mit Begründungen wie „die Internet-Flatrate über das übliche Maß hinaus genutzt” (im Falle von Base, Zitat von golem.de). In allen Fällen wird den Kunden keine sauber formulierte Begründung gekannt.
Auf Newsseiten wie golem.de oder heise.de findet man zu den Berichten hunderte, meist negativ eingestellte Kommentare und bissige Bemerkungen, dutzende Trackbacks zu Blogs, die das Thema ebenfalls aufgegriffen haben. Auch die grossen Medienmarken wie spiegel.de oder FAZ.NET berichten ausführlich über die Kündigungen. Eine kurze Suche mit Google News verschafft hierzu einen sofortigen Überblick. Via Technorati finden sich noch mehr Blogbeiträge. Auch auf Twitter finden sich Tweets erboster Kunden.
Kurz gesagt: Wer dieser Tage mit Google die einschlägen Newseiten, Branchendienste und Social Media-Seiten durchsucht, muss zum Schluss kommen, dass die drei eingangs genannten Unternehmen wohl darauf aus sind, sich auf unsympathische Art und Weise unliebsamen Kunden zu entledigen. Wer würde jetzt als Neukunde zu einem diesem Anbieter wechseln? – Wohl keiner. Die Online-Reputation der drei Unternehmen ist schwer angeschlagen. Kommt noch hinzu, dass alle drei sich nicht von der kommunikativen Seite zeigen und sich hinter schwammigen AGB-Formulierungen verstecken. Bei Congstar verweigert man sogar jede weitere Auskunft (siehe golem.de).
Auf die Frage nach dem warum, bleibt hier nur Ratlosigkeit. Die drei Unternehmen mussten doch damit rechnen, den Unmut der Kunden, Verbraucherzentralen und Blogger auf sich zu ziehen. Es grenzt an Fahrlässigkeit, als Unternehmen Marken wie Base oder Congstar reputationsmässig so gegen die Wand zu fahren. Interessanterweise sind diese beiden Billigmarken von grossen Namen wie E-Plus oder Telekom. Vielleicht meint man in den Chefetagen, man könne einfach neue Marken mit Billigangeboten lancieren, wenn die alten zu negativ behaften sind.
Mehr zum Thema auf Crossmediale Kommunikation
Wie Online-Käufer Produktereviews nutzen
Als Firma auf Kritik aus dem Web reagieren – Fallbeispiel Genotec AG
Direkter Kundenkontakt will gelernt sein – Fallbeispiel IWB
Vom Umgang mit den treusten Kunden
Online Reputationsmanagement für Unternehmen










Per Flatrate die Reputation gegen die Wand fahren…
Scheinbar ohne Rücksicht auf negative Folgen, vergraulen deutsche Telekomanbieter massenweise ihre Kunden….
Bei solchen Geschichten, kalkulieren die Unternehmen mit einem gewissen durchnitt. Ich würde das einfach falsche geschäftspolitik nennen.
Aber das gleiche Problem gab es im Jahr 2004 auch mit den Internet Flat’s. Da hat man sogar 100€ bekommen, falls man freiwillig gewechselt hat. Die beruhigen sich ganz bald. Hoffe ich zumindest.
[...] Cengoo: Bei solchen Geschichten, kalkulieren die Unternehmen mit… [...]
Genau die gleiche Vorgehensweise seitens Congstar wie bei mir.
Ich hatte 2 Flatverträge – 1x für D1 und 1x für D2.
Allerdings “durfte” ich die Einrichtungsgebühr von 2 x 20 € ca. 6 Monate lang geniessen — toll !!
Aber ich setze noch eins drauf:
Gestern,25.04.08 erhalte ich folgende Email von Congstar
>>Hallo Herr …..,
leider haben Sie sich dazu entschlossen, Ihren congstar Sprechtarif zu kündigen.
Ihr Kündigungsschreiben hat uns am 24.04.2008 erreicht.
Sie können Ihren congstar Sprechtarif letztmalig am 30.04.2008 nutzen. Der Zugriff auf Ihre Daten steht Ihnen noch 80 Tage nach Erzeugung der letzten Rechnung unter http://www.congstar.de/meincongstar zur Verfügung.
Wenn Sie es sich doch anders überlegen, rufen Sie uns bitte an oder schreiben eine eMail.
Danke, dass Sie mit congstar telefoniert haben. Wir sind immer gerne wieder für Sie da!
Es grüßt Sie
Ihr congstar Team
congstar GmbH
Kundenservice
Postfach 11 54
19361 Parchim <<<<
Zu bemerken ist,daß ich niemals eine Kündigung geschickt habe.
Vielleicht war es nur eine Reaktion auf eine freundliche aber aussagekräftige Email ans Congstar-Kundencenter.
Auf Anfrage bei der Hotline gab man mir durch die “Blume” zu verstehen,daß ich mit meinem Namen wohl für alle Zeit bei Congstar gesperrt bin – also keinen neuen Vertrag mehr abschliessen kann.
Nur weiter so Congstar und alles wird gut !!!
Damit muss bei bei den Billigablegern großer Marken eben rechnen. Neben weniger Support, etc. wird eben auch am Image und der anvisierten Kundenzufriedenheit gespart.