Mit steigenden Temperaturen werden auch die Themen im heisser: Für den Sommeranfang hat die Schweizer Boulevard-Zeitung Blick die Online-Reputation und die problematische Veröffentlichung von Personenbildern im Internet entdeckt. Als Aufhänger für die Berichte dienen meist bekannte Schweizer Persönlichkeiten, die mit der zum Teil selber generierten Aufmerksamkeit in den Medien ihre Mühe haben.
Nach Web-Recherche gekündet
So titelte das Boulevard-Blatt am Donnerstag: „Miss Maxim verliert Job – Zu heiss für den Anwalt wegen Google-Eintrag“. Was war passiert? Natalia Columberg, eine junge Schweizerin, war im vergangenen Jahr von den Blick-Lesern zur Miss Maxim gewählt worden. Anfangs diesen Monats wollte sie eine Teilzeitstelle bei einem Anwalt antreten, den Arbeitsvertrag hatte sie bereits unterschrieben in der Tasche. Dann die Absage vom Anwalt. Nach Angaben von Blick hatte dieser den Namen seiner neuen Angestellten gegoogelt und sexy Bilder von ihr gefunden. Offenbar zu heiss für ihn, der Vertrag wurde aufgelöst.

Gegoogelt und arbeitslos: Miss Maxim (Quelle: blick.ch)
Internet als Pranger für die Ewigkeit
Nur einen Tag vorher berichtete Blick über die Enttarnung von Schweizer Neo-Nazis im Internet (“Sempach-Nazis am Internet-Pranger“). Auf einer Gedenkfeier zur Schlacht bei Sempach hatten deutsche Anti-Faschisten die Teilnehmer fotografiert und über 200 Personenbilder auf einer Webseite ins Netz gestellt, mit der Aufforderung an alle Benutzer, Namen, Adresse und andere persönliche Daten zu ergänzen. Die Schweizer Neo-Nazis reagierten prompt und veröffentlichten ihrerseits die Bilder der beiden „Verräter-Fotografen“. Der eidgenössische Datenschutzbeauftragte kommentierte dies via seinen Sprecher wie folgt:
„Bei Anlässen oder Kundgebungen auf öffentlichem Grund muss man aber immer damit rechnen, fotografiert oder namentlich genannt zu werden.“
Als problematischer sieht er jedoch, das die Bilder auch in Jahren immer noch zu finden sind:
„Viele dieser Leute sind in zehn Jahren vielleicht anderer Meinung.“ Die Bilder des Aufmarschs seien dann aber immer noch im Internet zu finden.
Aufmerksamkeit der Medien – gesucht und gehasst
Glaubt man dem Blick, tappen im mehr – vor allem Prominente – in die so genannte „Google-Falle“. „Promis in der Internetfalle“ lautet die Schlagzeile von heute. Bekannte Schweizer Persönlichkeiten beklagen sich, dass Peinlichkeiten wie unpassende Kleider, dumme Versprecher oder andere „skandalträchtige“ Bekenntnisse immer noch im Internet zu finden sind. Und Blick hat bereits einen Schuldigen ausgemacht. Die Suchmaschine Google. „Google verbreitet diese Lügen noch immer“ schreibt Blick betreffend der Moderatorin Susanne Wille, die seit Jahren im Visier von Tierschützern ist:
Google hält alles fest – wie in einem Zwinger. So haben militante Tierschützer um Erwin Kessler seit Jahren «10 vor10»-Moderatorin Susanne Wille (34) im Visier. Gnadenlos prügeln sie auf die Tierfreundin ein. Von «grausam-egoistischer Eitelkeit und Ignoranz» ist im Netz zu lesen, wenn man sie googelt. Wille versuchte gegen die ehrverletzenden Äusserungen vorzugehen – vergeblich!
Eine Suchmaschine ist sicher nicht für die Inhalte der Webseiten verantwortlich, auf die sie verweist. Trotzdem wird sie von Blick in bester Boulevard-Manier für alles Böse rund um persönliche Informationen im Internet verantwortlich gemacht. In der Verantwortung stehen die jeweiligen Inhalteanbieter und manchmal die Promis selber. Wer wie Moderatorin Eva Camenzind in einem Interview preisgibt, ohne Unterwäsche zu moderieren, muss sich über Aufmerksamkeit im Internet nicht wundern.
Trotzdem bleibt ein fader Beigeschmack zurück. Auch wenn man alle Informationen auf öffentlich zugänglichen Webseiten findet, ist es auch eine Tatsache, dass nur der Einsatz einer Suchmaschine diese auffindbar macht. Im Falle von Miss Maxim ist der Arbeitgeber sicher zu weit gegangen. Steht es ihm zu, zu recherchieren, was seine Angestellten in der Freizeit machen? Wohl kaum, und gegen sie verwenden darf er seine Erkenntnisse sicher nicht.
Egal, ob man prominent ist oder nicht, die eigene Online-Reputation geht heute jeden etwas an und ist eigentlich zu wichtig, um sie als „Sommerloch-Füller“ zu verheizen. Bei den Beispielen der Schweizer Promis wird aber auch deutlich, dass es häufig das eigene persönliche Verhalten ist, welches die (unerwünschte) Online-Reputation prägt.







Online-Reputation als Sommerloch-Füller in den Boulevardmedien – Crossmediale Kommunikation…
Schweizer Promis kämpfen mit Informationen, die man über sie im Internet findet. Blick nennt den Schuldigen: Google….