Manager müssen auf ihre Reputation achten

Ende Juli platzte an der Wall Street die Bombe. Für einmal nicht neue Abschreiber einer Bank in Milliardenhöhe, nein, Steven Rattner, Chef von DLJ Merchant Banking Partners, der Private-Equity-Sparte der Credit Suisse, trat nach 20 Dienstjahren in der Bank per sofort zurück.

Eine Affäre mit einer verheirateten Frau war ihm zum Verhängnis geworden. Tommii Cosgrove, der betrogene Ehemann, hatte im Internet auf zahlreichen Seiten die komplette Geschichte veröffentlicht, inklusive Telefonnummer und E-Mail Adresse von Rattner. Von Webseiten wie nowpublic.com sprang die Geschichte nach dem Rücktritt von Rattner auch auf die etablierten Medien über, die New York Times veröffentlichte am 5. August den Artikel „On Wall St., Reputation Is Fragile“.

wallstreet.jpg
Ohne gute Reputation läuft an der Wall Street nichts. (Quelle: stock.xchng)

Die Internetkampagne gegen Steven Rattner begann sich auch zum Problem für seinen Arbeitgeber zu entwickeln, plante DLJ doch einen neuen Investmentfond. Die NYT schrieb:

Nonetheless, with DLJ Merchant Banking planning to raise a new investment fund, and the rumor mill still swirling about Mr. Rattner, and continually stirred up by Mr. Cosgrove, some of the firm’s partners were worried that Mr. Rattner was becoming a liability, said people at the firm who declined to be named because of the sensitivity of the matter.

Die ganze Geschichte zeigt einmal mehr, wie wichtig es heute ist, was im Internet über die eigene Person verbreitet wird. Nicht nur für Personen auf Stellensuche kann die eigene Online-Reputation entscheidend sein, auch für Manager und Geschäftsführer ist Online-Reputation ein Thema. Das Beispiel von Steven Rattner macht auch deutlich, dass die Mechanismen der Online-Reputation auch eingesetzt werden können, um gezielt einer Person oder einem Unternehmen zu schaden.

Ein konsequentes Monitoring aller im Web veröffentlichten Beiträge (eigener Firmenname sowie Namen der wichtigsten Manager) gehört deshalb zum Pflichtprogramm der PR-Abteilungen. Geeignete Tools sind im europäischen Raum (noch) dünn gesät, ein kostenloses einfaches Monitoring lässt sich mit einer Kombination aus Google News (Online-Medien) und Technorati (Blog-Monitoring) einrichten.

Service: Wichtige Links und Kommentare zum Thema Reputation auf FriendFeed. Machen Sie mit!

Bookmark and Share

4 Kommentare

  1. Pligg sagt:

    Manager müssen auf ihre Reputation achten – Crossmediale Kommunikation…

    Ein Credit Suisse Banker musste am eigenen Leib erfahren, was eine schlechte Online-Reputation bedeuten kann….

  2. ymo sagt:

    Die Reputation ist wichtig. Ob dies die “normale” Reputation oder die online Reputation ist, spielt eine untergeordnete Rolle. Herr Nef, um ein aktuelles Beispiel zu nennen, kann ein Lied davon singen.
    Auch ist es so, dass Medien (alle, nicht nur Onlinemedien) auch schlechte Reputationen künstlich herstellen können und diese schliesslich von der Öffentlichkeit als wahr empfunden werden. Man schaue sich doch mal die ganze “Affäre” des ehemaligen Botschafters Borer an. War alles vom Blick inszeniert. Den Grund kenne ich heute noch nicht. Auflage?

  3. Stefan Johne sagt:

    Fragt sich nur wie man das komplette Internet beobachten soll =). Und selbst wenn jemand Mist über einen veröffentlicht, was soll man schon groß dagegen tun?

    Nein das einzige was hilft wäre in so einem Fall Vorbeugung. Also nichts tun was öffentlichen “Ärger” erregt, aber mal ehrlich, gerade diese Dinge sind es doch oft die im Leben Spaß machen und/oder zum Erfolg führen.

  4. K. Füllhaas sagt:

    wenn dieser mist verleumderisch oder unwahr ist, könnte man juristisch vorgehen, wobei sich das auch nicht unproblematisch ist. das ganze internet muss man ja nicht monitoren, tools welche auf die überwachung der online-reputation ausgelegt sind, erleben momentan einen rechten boom.

    vorbeugung und das veröffentlichen eigener, positiver inhalte im web sind zwei möglichkeiten einer schlechten online-reputation entgegen zu wirken.

Schreib einen Kommentar