Facebook am Arbeitsplatz

Social Networks erleben in den letzten Tagen eine bisher nicht gesehene Aufmerksamkeit der Massenmedien. Die Basler Zeitung hat dies zum Anlass genommen, das populäre Network Facebook unter die Lupe zu nehmen und bei Unternehmen nachzufragen, ob sie ihren Mitarbeitenden den Zugriff auf Facebook gestatten oder nicht. Da es nicht so einfach ist, solche Auskünfte von Firmen zu bekommen, aber es immer spannend ist zu wissen, wie in Unternehmen mit Social Networks umgegangen wird, gebe ich den Artikel in Auszügen im folgenden wider:

Coop Schweiz
„Coop Schweiz hat ihren Mitarbeitern kurzerhand den Zugriff auf Facebook gesperrt: «Facebook kann kaum geschäftlich genutzt werden und ist in unseren Augen eine Freizeitplattform», sagt Sprecher Nicolas Schmied. Anders verhalte es sich indes beim Business-Netzwerk Xing. Dieser Zugang sei nicht gesperrt, weil es hauptsächlich um geschäftliche Kontakte gehe.“

UBS
„Grosszügiger verhält sich noch die UBS – mit Betonung auf «noch»: «Der Zugriff ist nicht gesperrt», sagt Sprecher Andreas Kern. Aber, und das wissen viele UBS-Angestellte noch nicht: «Wir erarbeiten derzeit einen verschärften Kriterienkatalog für eine mögliche Sperrung von Websites.» Die Überprüfung sei demnächst abgeschlossen. Ob Facebook dann auf der schwarzen Liste steht, will Kern nicht sagen, nur so viel: «Plattformen dieser Art bergen die Gefahr, Informationen zu speichern, die nicht nur Rückschlüsse auf die Person, sondern auch auf den Arbeitgeber zulassen.» Das Facebook als undichte Stelle? Bei der UBS geht man davon aus, dass sich durch Facebook das Risiko von Phishing-Attacken, also Versuchen, über gefälschte WWW-Adressen an Daten eines Internetnutzers zu gelangen, erhöhen kann.“

Bank Sarasin
„Mitarbeiter können in der Facebook-Welt schalten und walten, wie sie wollen. Die Bank setzt dabei aber ganz bewusst auf die Eigenverantwortung der Mitarbeiter: «Es gilt grundsätzlich, dass die Nutzung des Internets für private Zwecke auf ein Minimum beschränkt wird», sagt Sprecher Benedikt Gratzl.“

Basler Kantonalbank
„Auch die Basler Kantonalbank lässt ihre Mitarbeiter gewähren – und gewinnt dem Netzwerk viel Gutes ab: «Facebook ist eine wichtige Kommunikationsplattform, welche bei uns hauptsächlich von den jüngeren Mitarbeitern genutzt wird», sagt Sprecher Michael Buess. Aber auch hier der mahnende Finger: «Solange die private Nutzung in einem vernünftigen Masse bleibt, sperren wir die Seite nicht.»“

Bemerkenswert finde ich, dass die gerade immer auf Sicherheit bedachten Banken einen offenen Umgang mit Facebook pflegen. Keines der befragten Unternehmen stellt den kommunikativen Wert der Plattform grundsätzlich Frage, bei Coop unterscheidet man einfach sehr streng zwischen geschäftlichem und privatem Nutzen.








5 Kommentare

  1. Die Frage ob Sites wie Facebook, Twitter oder andere Social Media Sites den Mitarbeitern freigeschaltet werden sollen ist schwer zu beantworten und wird immer brisanter.
    Ich beschäftige selber 45 Mitarbeiter und wir blocken keine der Sites und haben es auch nicht vor. Allerdings kann ich nicht abschätzen wie das in Zukunft aussieht. Ich weiss aber, dass wenn man’s sperrt, die Sites erst interessant werden und die Mitarbeiter einen Weg finden werden.

  2. [...] am Arbeitsplatz. Bereits im August hatte man sich bei der UBS über eine mögliche Sperrung Gedanken gemacht. Nun scheint es, als hätten Sicherheitsbedenken den Ausschlag gegeben. Laut Sonntagspresse geht es [...]

  3. Jack Welti sagt:

    UBS hat inzwischen nicht nur Facebook und xing gesperrt, sondern viele andere Seiten auch, von autoscout24 bis ebay. Das ist ZENSUR wie man sie sonst nur von TOTALITÄREN REGIMES kennt, ein Faustschlag in die (wohl ungeliebte) Fresse der Mitarbeiter. Aber die Mehrheit macht (wie immer) nur die Faust im Sack und schweigt. Pfui Teufel!

  4. René sagt:

    Inzwischen hat die SBB den Zugriff auf Facebook sperren lassen. Man darf gespannt sein, ob noch weitere Unternehmen diesen Schritt machen werden.

  5. [...] auch Facebook am Arbeitsplatz (fuellhaas.com) Facebook – Fürchten Arbeitgeber die Social Network-Welle? (Website Marketing) Kein Youtube und [...]