Vom CEO eines Grossunternehmens kann man erwarten, dass er ein Gespür dafür hat, in welchem Umfeld seine Aussagen wahrgenommen werden. So hat sich heute Novartis-Chef Daniel Vasella zum System der Bonuszahlungen geäussert und die aktuelle Diskussion als Populismus bezeichnet.
Klar hat Herr Vasella das Recht auf seine Meinung. Als Konzernchef hätte er sich jedoch bewusst sein sollen, dass angesichts der Finanzkrise und der staatlichen Unterstützung für die Grossbank UBS durch den Bund, das Thema Bonuszahlungen die Emotionen in der breiten Öffentlichkeit sehr stark hoch kochen lässt. So hat sich beispielweise die Boulevardzeitung Blick zum Anwalt der kleinen Leute aufgeschwungen und fordert von Ex-UBS Chef Marcel Ospel die Rückgabe seiner Bonuszahlungen.
Als grosser Pharmakonzern ist Novartis darauf angewiesen, das ihr aus der breiten Öffentlichkeit ein gewisses Mass an Wohlwollen entgegen gebracht wird. Grosse Bauvorhaben, Verständnis für Personal- und Standortpolitik oder kritische Themen wie die Sanierung von alten Deponien lassen sich so leichter bewältigen. Sein Name ist mit dem Unternehmen Novartis in der öffentlichen Wahrnehmung sehr stark verbunden. Mit seinen Äusserungen hat Herr Vasella diesem Wohlwollen keinen Dienst erwiesen. Und den Zorn der Online- Kommentarschreiber in den Schweizer Medien hat er auch schon auf sich und Novartis gelenkt (Beispiel: tagesanzeiger.ch mit über 220 Kommentaren).










