Schweizer Haushalte sowie Gewerbe- und Industriebetriebe schlucken per 2009 eine bittere Pille: Strompreiserhöhungen von 20 bis 40 Prozent, zum Teil sogar noch mehr. Ausgelöst wurde dies durch die Liberalisierung des Strommarktes, welche während den nächsten fünf Jahren nur Grosskunden zu Gute kommen soll. Allerdings haben viele Stromlieferanten gar kein Interessa daran, neue Kunden zu beliefern.

Quelle: pixelio.de, Barbara Thomas
Kein Wunder stehen Stromkonzerne, lokale Anbieter und Politiker stark in der Kritik der breiten Öffentlichkeit, schliesslich kann sich kaum jemand den steigenden Strompreisen entziehen – und Strom braucht schliesslich jeder. Wie stellen sich also die Stromerzeuger und -verteiler im Internet, dem wichtigsten Informationsmedium, dar? Welche Kommunikationstools werden eingesetzt, um dem gewaltigen Informationshunger der verunsicherten Konsumenten nachzukommen? Ein kleiner Online-Augenschein…
Nationale Netzgesellschaft swissgrid
Als Betreiberin des Übertragungsnetzes stellt swissgrid ihre Leistungen allen Stromanbietern in Rechung, diese geben die Kosten an die Endkunden weiter. Mit extrem hoch angesetzten Gebühren hat swissgrid für viel Wirbel und Unmut gesorgt. Im Web präsentiert sich swissgrid mit einer trockenen Business-Seite. Ein telefonischer Kundendienst bietet eine Feedback-Möglichkeit. Wer auf dieser Webseite als Endkonsument Antworten auf die steigenden Preise sucht, wird ausser bei den Medienmitteilungen nicht fündig.
Axpo
Das Unternehmen Axpo ist der grösste Energieversorger der Schweiz. Sie beliefert nach eigenen Angaben drei Millionen Menschen mit Strom. Direkt von der Frontseite aus sind kundenorientierte Informationsbereiche wie der energiedialog.ch oder das Besucherzentrum Axporama zugänglich.

Informationsplattform energiedialog.ch
Auf energiedialog.ch findet man ein reichhaltiges Informationsangebot rund um das Thema Strom. Als virtueller Gastgeber wird man von Köbi Kuhn, dem ehemaligen Schweizer Fussballnationaltrainer, begrüsst. Die Strompreiserhöhungen werden jedoch nicht speziell thematisiert, hier verschenkt die Axpo viel Potential. Ob Köbi Kuhn nach dem EURO 2008-Debakel der Schweizer noch der richtige Botschafter für das Unternehmen und für Fragen in Bezug auf die Stromversorgung der Zukunft ist, kann man eher bezweifeln. Fussball ist auf jeden Fall für Axpo wichtig. Mit der „Axpo Super League“ ist sie Namens-Sponsor der höchsten Schweizer Liga.
Wie sieht es bei lokalen Stromanbietern aus?
Der Basler Energiedienstleister IWB bietet auf der Frontseite direkten Zugriff auf den Service: Störungsmeldungen, Fragen zur Rechnung… Aktuelle Informationen werden nur in Form von Medienmitteilungen zur Verfügung gestellt. Für die neuen Tarife ab 2009 bietet die IWB etwas versteckt eine Preistabelle an. Die ist unübersichtlich, weil sich der Preis aus den effektiven Stromkosten, Netznutzungskosten und diversen Abgaben zusammensetzt. Mit dem Tarifrechner kann man sich die kommenden Kosten online direkt ausrechnen lassen, wenn man seinen jährlichen Stromverbrauch in kWh kennt. Weder die IWB noch andere lokale Anbieter wie die EKZ oder die EBM thematisieren die Strompreiserhöhung in irgend einer speziellen Form.
Kommunikatives Reduit
Social Media-Angebote sind bei keinem der von mir angeschauten Webauftritte zu finden. Gerade in einer Zeit, wo viele Kunden verständlicherweise wegen massiver Preiserhöhungen aufgebracht sind, wäre ein direkter und transparenter Dialog angezeigt. Von den Stromerzeugern und den regionalen Verteilern wird offensichtlich in Bezug auf Kommunikation kein Handlungsbedarf gesehen. Dies wirkt nicht nur ziemlich arrogant, sondern wird auch Folgen auf die Reputation der Unternehmen und das generelle Verhältnis der Kunden zu ihren Stromlieferanten haben. In einer Zeit, wo die Schweizer Stromwirtschaft ein neues Kernkraftwerk plant, wäre sie auf ein gewisses Wohlwollen aus der breiten Bevölkerung angewiesen. Mit ihrem gegenwärtigen Verhalten wird sie dies sicher nicht erreichen.
Wo liegen die Gründe für das kommunikative Einigeln der Stromwirtschaft? – Viele Unternehmen sind staatliche Unternehmen mit einer regionalen Monopolstellung, Verständnis für Kundenbedürfnisse und Marktorientierung sind kaum vorhanden. In diesem Umfeld kann man auch keine offenen Dialoge erwarten, wie sie in Blogs oder anderen Social Media zu finden wären. Und sicher spielt auch die Angst vor negativem Feedback der Kunden eine grosse Rolle. Eine kurze Recherche mit Google Blogsearch und slug.ch fördert noch eine interessante Tatsache ans Licht: Strompreiserhöhungen sind in Schweizer Blogs kaum ein Thema. Auffällig ist auch, das grosse Schweizer Onlinemedien wie tagesanzeiger.ch oder blick.ch bei Artikeln zum Thema Strom meistens keine Kommentarfunktion bieten.










Schweizer Stromanbieter kommunizieren nicht im Web – Crossmediale Kommunikation…
Im Web will die Schweizer Stromindustrie keine Kommunikation mit ihren Kunden….
Hi also ich habe auch bereits gewechselt.. Schon 2 mal … Das ging ganz einfach und unkompliziert. Ich hab das auf folgender Seite gemacht: Stromanbieter Vergleich energievergleicher.com
hallo, wir wohnen seit kurzem in der schweiz. kann keinen stromanbieter vergleich finden. kann mir jemand weiter helfen. wo gibts günstigen anbieter in der schweiz. antwortet bitte auf meine email addy: selina-marion@gmx.de.
ich danke herzlichst.
In Deutschland gibt es inzwischen richtigen Wettbewerb. Wenn man hier einen Stromanbieter Vergleich in Großstädten macht, wird man von Anbietern beinah erschlagen.. Vielleicht braucht die Schweiz auch einen Anbieter, der wirklich an neuen Kunden interessiert ist und das auch mit seinen Preisen zu Ausdruck bringt..