Online-Reputation beim Schenken berücksichtigen

Vor ein paar Wochen hat Michael Gisiger vom aseantic Blog mich für einen Gastbeitrag in seiner Serie zum Thema Weihnachten und Internet angefragt.

Unterdessen sind alle Gastbeiträge publiziert und alle Leser sind nun aufgerufen, für ihren Lieblingsbeitrag zu voten. Für den besten Beitrag werden im Namen des Autors tausend Franken an eine gemeinnützige Organisation seiner Wahl überwiesen. Unter den Votern werden zudem 10 Sachpreise verlost.

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Keine böse Überraschung mit Geschenken

Weihnachtszeit… Zeit für Geschenke… seit Wochen freut sich Marc auf Weihnachten mit seiner Familie. Seine Eltern will er mit einem Gutschein für einen Gourmettempel überraschen, für seine jüngere Schwester Nora hat er ein angesagtes Computerspiel besorgt. Seine zweite Schwester Sarah wohnt schon seit Jahren in Amerika. Für sie hat er ein Fotoalbum mit aktuellen Bildern vom Dorf, wo sie aufgewachsen sind, zusammengestellt und schon vor über einer Woche auf die Post gebracht, damit sie es auch pünktlich an Weihnachten in New York in Empfang nehmen kann. Marc ist überzeugt, dass er sich dieses Jahr mit seinen Geschenken besonders viel Mühe gegeben hat und freut sich schon auf die strahlenden Gesichter, wenn seine Schwester und seine Eltern ihre Geschenke auspacken.

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Quelle: stock.xchng

Und dann ist es endlich so weit… er und Nora sind bei den Eltern zu Besuch und stolz überreicht Marc seine Geschenke. Hoffentlich hat sie das Spiel noch nicht, denkt Marc, als er Nora zusieht, wie sie ihr Geschenk auspackt. „Das hast du noch nicht..?“ fragt er. Nora schüttelt den Kopf und sagt: „Nein, und ich würde es auch nie kaufen… da ist ein hässlicher Kopierschutz drauf. Den installiere ich mir sicher nicht auf meinen PC. Hast Du die Kommentare auf amazon nicht gelesen, Marc? Das Spiel ist von vielen Gamern weltweit schlecht bewertet worden wegen dem Kopierschutz.“ Marc ist verwirrt. „Die Community redet seit Wochen über fast nichts anderes mehr… ich hoffe, die Spielentwickler lernen endlich, das wir Gamer so was nicht wollen.“

Auch die Eltern von Marc machen etwas betretene Gesichter. Marc’s Mutter flüstert zu ihrem Mann: „Der Junge hat es doch nur gut gemeint, er will uns eine Freude machen.“ Sein Vater klärt ihn auf: „Das Restaurant hat auf dem Bewertungsportal schlechte Noten bekommen, da geh ich nicht mehr hin.“

Marc ist bestürzt, seine voller Freude ausgesuchten Geschenke sollen schlecht sein? Nora merkt, dass ihr Bruder traurig ist und nimmt ihn in den Arm: „Weisst du Marc, heute kann man im Internet ganz schnell rausfinden, ob ein Spiel oder ein Restaurant gut oder schlecht sind. Immer mehr Leute schreiben online über ihre Erfahrungen und so können andere davon profitieren. Auch wenn man sich persönlich gar nicht kennt. Du musst nicht immer glauben, was die Hersteller dir in der Werbung sagen. Ich zeig dir gern mal die wichtigsten Seiten und Communities.“

Marc nickt. Hoffentlich hat wenigstens Sarah Freude an ihrem Fotoalbum, denkt er, als er eine SMS bekommt. Seine Schwester aus Amerika! Zu seiner Enttäuschung liest Marc: „Wie soll ich die Bilder meinen Freunden zeigen? Schon mal was von Foto-Sharing gehört?“ Marc wendet sich fragend an Nora. „Ach Bruder, du hättest die Bilder online stellen sollen, dann hätte Sarah sie gleich allen ihren Freunden zeigen können.“

Langsam wird Marc wütend. Schlimm genug, dass Sarah nicht zu Besuch kommt und jetzt macht das Internet auch alle meine Geschenke kaputt, denkt er. „Wie sollen wir denn überhaupt noch als Familie Weihnachten feiern?“ fragt er.

Nora hat einen Vorschlag: „Morgen machen wir einen Ausflug, dorthin wo wir früher gewohnt haben. Unterwegs mach ich Bilder und lade sie direkt vom Handy auf Flickr hoch, dann kann Sarah immer sehen, wo wir gerade sind. Und über Twitter können wir uns mit ihr unterhalten. Dann sind wir alle zusammen, was meint ihr?“ Marc und seine Eltern sind begeistert. Und sein Vater sagt: „Ich google nach einem guten Restaurant in der Gegend, damit wir nicht verhungern später.“ So ist Weihnachten also doch noch gerettet für Marc.

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