Transparent, authentisch und offen sollte Kommunikation im Social Web sein. Blogs und YouTube für die zensierte Propaganda zu nutzen, ist da ein heftiger Widerspruch, für den sich aber weder die Verantwortlichen auf Seiten der Hamas noch im israelischen Verteidigungsministerium wirklich interessieren dürften.
Das israelische Verteidigungsministerium hat vor Kurzem einen eigenen YouTube-Kanal eingerichtet, wo Videos von Angriffen der Israelis auf die Hamas zu sehen sind. Zudem betreibt die Medienabteilung des israelischen Verteidigungsministeriums den Blog „IDF Spokesperson“, auf dem offizielle Meldungen und Bildmaterial frei zur Verfügung gestellt werden.
Besonderes Aufsehen hat ein Video erregt, auf dem angebliche Hamas-Kämpfer einen Lastwagen mit Raketen beladen und schliesslich von einer Rakete der israelischen Armee getroffen werden. Von anderen Quellen wird behauptet, es handle sich um Zivilisten, die den Lastwagen mit Gasflaschen beladen hätten.

Auf das Bild klicken, um den Film auf YouTube zu sehen.
Als militärischer Laie ist man mit solchem Bildmaterial überfordert, selber wirklich schlüssig zu erkennen, was da genau vor sich geht. Das israelische Militär gaukelt mit solchen Videos eine offene Informationspolitik über den Krieg in Gaza vor, die es in Wirklichkeit gar nicht gibt: Jeder Webuser soll via YouTube sozusagen sein eigener „embedded journalist“ sein.
Journalisten sind vor Ort aus dem Gaza-Streifen ausgesperrt, wie beispielsweise SF-Korrespondent André Marty in seinem Blog berichtet. In einem Interview mit dem Tagesanzeiger schildert er seine Situation:
„Zugleich aber bin ich einem israelischen PR-Konzert von unzähligen Sprechern von verschiedensten Regierungsstellen und Lobbygruppen ausgesetzt. Und auf palästinensischer Seite im Gazastreifen gibts bloss Propaganda-Videos der Hamas zu sehen. Was tatsächlich im Gazastreifen in diesem Krieg geschieht, kann ich deshalb kaum verifizieren… Es gibt ganz konkreten Druck von Seiten der Israeli, die Militärzensur einzuhalten. Wer sich nicht daran hält, riskiert, dass ihm die Akkreditierung entzogen wird, was einem faktischen Arbeitsverbot gleichkäme.“
Genausowenig wie die israelischen Informationen lassen sich die Verlautbarungen der Qassam-Brigaden, einem militärischen Flügel der Hamas-Gruppe, nachvollziehen:
Blogs von Journalisten vor Ort, wie Sameh Habeeb und der Menschenrechtsanwältin Eva Bartlett sorgen für eine Informationsverbreitung im Web. Mit ihren persönlichen Berichten können sie noch am ehesten Authentizität für sich in Anspruch nehmen. Auch ein Blick auf Twitter zeigt, wie stark der Krieg im Web von den Menschen diskutiert wird:












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