„The Printed Blog“: Aus Blog mach Zeitung

Der Trend geht eindeutig weg von gedruckten Zeitung, hin zu laufend aktualisierten Newsseiten und -feeds. Doch es geht auch genau umgekehrt. In den USA ist vor ein paar Tagen die erste Zeitung gestartet, die komplett aus Blogbeiträgen besteht.

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Titelseite der ersten Ausgabe von „The Printed Blog“

The Printed Blog“ ist ein Experiment, dass Blogtexte und Lokalanzeigen in eine zweimal täglich erscheinende Gratiszeitung vereinen will. Die erste Ausgabe wurde am vergangenen Dienstag in Chicago und San Francisco lanciert. Momentan läuft das Projekt in einer Beta-Phase.

Finanzieren will The Printed Blog sich aus Anzeigen, die lokal angepasst werden können, sogar für einzelne Stadtteile soll es angepasste Ausgaben geben. Dies mache die Zeitung zu einem attraktiven Werbemedium für lokale Kleinunternehmer, sagt Joshua Karp, Gründer und Herausgeber, in einem Gespräch mit der New York Times. Er ist überzeugt, Geschäftsmodelle aus der Online- und der Printwelt erfolgreich miteinander kombinieren zu können. Bis jetzt haben über 300 Blogger die Inhalte ihrer Blogs gegen eine Beteiligung an den Werbeeinnahmen an The Printed Blog weiterlizenziert.

Einen anderen Weg, aber ebenfalls eine Kampfansage an die etablierten Printmedien sind Projekte wie DailyMe:

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Hier kann man sich aus dutzenden von Quellen nach Themen sortiert eine personalisierte „Zeitung“ zusammenstellen und am Bildschirm oder als pdf (auch zum Ausdrucken) lesen.

Die Rolle von Verlagen und Journalisten waren auch Thema an der DLD Conference in München. Die Financial Times Deutschland sieht die Medienkonzerne in einem Zwei-Fronten-Krieg:

Ein Zwei-Fronten-Krieg für die alteingesessenen Medienkonzerne: Sie werden von großen aber auch von kleinen, unabhängigen Inhalteanbietern attackiert, die Neuigkeiten über ihre Blogs oder Netzwerke verbreiten und praktisch keine Distributionskosten haben.

Top-Blogger Michael Arrington von TechCrunch ist jedoch überzeugt, dass in der Technologieberichterstattung die traditionellen Journalisten heute schon nicht mehr mithalten können und glaubt, dass dies auch auf andere Themenbereiche der Berichterstattung übergreifen wird. Journalismusprofessor Jeff Jarvis sieht aber auch dann noch eine Chance für die etablierten Korrespondenten: Leser sollen sich in Netzwerken organisieren, welche die Berichterstattung der Profis finanzieren.

Solche Ideen dürften aber doch noch Zukunftsmusik sein. Auch wenn mit Social Media immer mehr Menschen von passiven Konsumenten zu aktiven Inhalteproduzenten und Teilnehmern in Communities geworden sind, wird sich die breite Masse kaum so schnell dazu bringen lassen, sich ihre Journalistennetzwerke selber zusammenzustellen.

Mit Material von
NYT
FTD








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