Im Englischen wird dafür der Begriff des „information overload“ verwendet. Informationsüberflutung bezeichnet den Zustand „zu viele“ Informationen zu einem Thema zu besitzen, um eine Entscheidung treffen zu können. World Wide Web, E-Mail, RSS-Feeds und Social Networks bieten Zugang zu einer noch nie dagewesenen Informationsvielfalt.
Um in der Flut nicht zu ertrinken, muss man zwangsläufig immer eine Auswahl an Informationsquellen treffen, welche man überhaupt konsumieren und verarbeiten kann. Das Internet hält dazu verschiedene Angebote bereit: Man kann sich selber thematische RSS-Feeds abonnieren oder sich einer Social News-Gruppe anschliessen und nur noch von anderen Usern vorselektionierte Feeds lesen (zum Beispiel socialmedia.com). Steigender Beliebtheit erfreuen sich auch Angebote, die aus verschiedenen Quelle quasi ein neues Produkt erschaffen. Zwei Beispiele habe ich an dieser Stelle bereits vorgestellt: DailyMe und The Printed Blog. Beide stellen aus verschiedenen Inhaltequellen eine individuelle Zeitung zusammen und liefern diese als tägliche an ihre Abonnenten, als PDF oder E-Mail. Bei The Printed Blog experimentiert man auch mit einer gedruckten Gratiszeitung. Während man als User bei DailyMe aus Zeitungen, Online-Medien und Blogs auswählen kann, beschränkt sich The Printed Blog exklusiv auf Beiträge aus Blogs.
Nun hat vor kurzem auch die Schweizerische Post ein Experiment in dieser Richtung gestartet. „PersonalNews“ heisst das Angebot und erlaubt dem Nutzer in der Testphase sich aus verschiedenen Zeitungen verschiedenen Rubriken zusammenstellen.
So kann man sich beispielsweise aus den Wirtschaftsseiten vom Tagesanzeiger und der Frontseite der Washington Post die individuelle Zeitung zusammenbasteln.
Nach eigenen Angaben will die Post testen, ob und wie eine individuelle Zeitung marktfähig umgesetzt werden kann. Sie sieht sich dabei als neutrale Stelle zwischen Leser und Verleger:
PersonalNews ist ein Projekt, das in enger Abstimmung und in Kooperation mit Zeitungen und Verlagen durchgeführt wird. Die Zeitungsinhalte stammen von den ausgewählten Verlagshäusern und werden originalgetreu abgebildet. Die Post testet PersonalNews sowohl für die Leser wie auch für die Verlage.
Um wirklich interessant zu sein, müsste die Post nach der Testphase viel mehr nationale und internationale Zeitungen an Bord holen, den momentan ist die Auswahl eher bescheiden. Auch Punkto Bedienungsfreundlichkeit beim Zusammenstellen der Inhalte ist man heute anderes gewohnt.
Als grosser Schweizer Verlag ist immerhin tamedia mit dem Tagesanzeiger dabei. Ob die Schweizer Verlage, die sich ja mit dem Internet und insbesondere mit Google News sehr schwer tun, bereit sind, ihre kostbaren Printinhalte via Post zu vermarkten? Ihre Schweizer Anwort auf Google News ist immer noch in der registrierungspflichtigen Betaphase: www.news1.ch.










[...] Jugendliche wie auch Erwachsene können unter Informationsüberflutung leiden. Bei manchen Digital Natives können die oben genannten Punkte schlimmer sein, weil [...]