Dank der grossen Medienpräsenz von Facebook hat Social Networking nicht den besten Ruf: da werden Leute gemobbt, Schlägertypen gesucht oder Jugendliche verabreden sich zu zweifelhaften Freizeitaktionen. Natürlich gibt es die geschäftlich orientierten Netzwerke wie XING oder LinkedIn. Verschiedene Berufsgruppen und Branchen verfügen zudem über eigene Social Networks. Ein Social Network speziell für Wissenschaftler ist ResearchGate, welches ich im Folgenden kurz vorstellen möchte.

ResearchGate bietet seinen Mitgliedern die Möglichkeit, ihr Profil abgestuft sichtbar zu machen – von sehr restriktiv für eigene Kontakte bis offen für beliebige Nutzer ausserhalb des Angebots und indizierbar für Suchmaschinenrobots. Ein solches persönliches Profil kann neben einer Publikationsliste Angaben zu wissenschaftlichen Schwerpunkten, technischen und methodischen Kenntnissen sowie eine Übersicht der eigenen wissenschaftlichen Projekte enthalten.
Die Gruppenfunktionen gehen über andere Online-Communitys hinaus: Neben Diskussionen und Umfragen stehen eine Termin- und eine Dokumentverwaltung zur Verfügung. Dateien können in den wahlweise offenen oder geschlossenen Gruppen zusammen verfasst und bearbeitet werden. Ebenfalls auf wissenschaftliches Publikum ausgerichtet sind die Recommender-Funktionen: Auf Mausklick werden nicht nur Publikationen empfohlen, die eine Ähnlichkeit zu den eigenen Werken und Forschungsschwerpunkten aufweisen, sondern auch Wissenschaftler, die dem eigenen Profil verwandt erscheinen. Die Literaturempfehlungen werden aus verschiedenen renommierten Literaturdatenbanken gewonnen, die über eine Schnittstelle an ResearchGate angebundenen sind.
Seit dem Start im Mai 2008 haben sich 30.000 Forscher aus 140 Ländern bei ResearchGate registriert. Die Gründer der Plattform vertreten die Vision von Science 2.0. In eigenen Worten:
The vision of Science 2.0 is promising: Communication between scientists will accelerate the distribution of new knowledge. Without anonymous review processes, the concept of open-access journals will assure research quality. Science is collaboration, so scientific social networks will facilitate and improve the way scientists collaborate. Cooperation on scientific publications can be facilitated through Wiki-like concepts.
It’s clear that the change is already happening. Old-fashioned lab notebooks have given way to Wikis, and the number of open-access journals is increasing. Raw research data is spread to the benefit of all. Researchers are beginning to no longer accept a scientific world without the new concepts of Web 2.0.
Grosse Konzerne forschen jedoch nicht, um ihr Wissen mit anderen zu teilen, sondern um damit in Form von Patenten Geld zu verdienen und sich Wettbewerbsvorteile zu sichern. Wie sich diese beiden Welt miteinander vertragen, ist mir nicht ganz klar.
Mit Material von: heise.de










Sehr interessanter Artikel, zu dem ich auch eine persönliche Empfehlung hinzufügen kann.
Ich habe – nach Empfehlung eines Freundes – für meinen Verein “CLB” (Cultura Libertidad Berlín) meine zuerst kostenlose Community bei http://www.tribax.com erstellt.
Nach kurzer Testphase, habe ich mich dazu entschieden, zur kostenpflichtigen White-Label Version von Tribax zu wechseln, welche mir weitere Vorteile wie z.B. eine eigene werbefreie Subdomain, weitere Features und so weiter ermöglichte.
Abschließend kann ich sagen, dass ich total froh bin, mich für’s Social Networking für meinen Verein entschieden zu haben, da ich jetzt viel einfacher, schneller und kostengünstiger mit meinen Mitgliedern kommunizieren kann.
MfG aus Kreuzberg
Susi
Bin zufällig über diesen Beitrag gestolpert und hab mir das ResearchGate nun genauer angesehen. Ich fand es auf den ersten Blick wirklich sehr interessant. Bei genauerem Hinsehen hat sich aber dann leider das bestätigt, was ich vorher schon befürchtet habe: Für die Kommunikationswissenschaft scheint dort wenig Platz zu sein. Paradoxerweise ist es auch gerade die Kommunikationswissenschaft, in der die Vernetzung zwischen den Wissenschaftern (geschweige denn zwischen den Studierenden) eher schlecht als recht funktioniert. Schade.
Liebe Grüße aus Wien,
Kathiza
Im Businessbereich gibt es noch deutlich mehr Anbieter (wie etwa your-mesh), wo man Networking sehr angenehm und leicht betreiben kann, weil der Community-Aspekt betont wird.
Mittlerweile gibt es bei ResearchGate übrigens auch schon eine eigene Unterkategorie für Kommunikationswissenschafter. Aber mit der Vernetzung klappt’s (zumindest bei mir) noch nicht so gut…
Liebe Grüße aus Wien,
Kathiza