Stellen Sie sich vor: Sie sind ein führenden Hersteller von MP3-Playern und ihre Produkte beeinflussen Lifestyle-Trends und begeistern eine weltweite Community von Kunden. Mit einem neuen Chip wollen sie besser kontrollieren und beeinflussen, welche Dritthersteller Zubehör wie beispielsweise Kopfhörer für ihre Produkte anbieten. Was tun Sie? Genau, Sie testen den Markt mit einem relativ kostengünstigen MP3-Player und warten die Kundenreaktionen ab, bevor Sie die Technologie in Ihren anderen Produkten einsetzen. Kostspielige Umfragen zur Kundenzufriedenheit können Sie sich sparen – Social Networks, Communities, Blogs und Online-Medien liefern das Feedback kostenlos.
Vergangene Woche hat Apple seinen neuen iPod shuffle lanciert. Der volle Funktionsumfang des neuen Modells lässt sich nur noch via die mitgelieferten Apple-Kopfhörer nutzen, Kopfhörer anderer Hersteller sind nutzlos, weil sie nicht über einen kleinen Chip verfügen, der ähnlich wie eine DRM-Software funktioniert. Wer Kopfhörer für den neuen iPod shuffle bauen will, muss bei Apple eine Lizenz erwerben.
Ob die Apple-Manager ein kostenpflichtiges Online-Monitoring einsetzen oder mit Tools wie Google Blog-Suche, Google News-Alerts, und der Blogsuchmaschinen Technorati arbeiten, spielt in ihrem Fall eine untergeordnete Rolle: Das Feedback ist durch die Bank schlecht.
Um im Fall von Apple die einflussreichsten Meinungsmacher zu konsultieren, muss man nicht einmal eine Suchmaschine benutzen: Alle grossen amerikanischen Tech-Blogs berichten über den iPod-Kopfhörer. Der Beitrag auf CrunchGear „Holy Cats! There is a DRM chip inside the iPod Shuffle earbuds!“ wurde bis heute 94 mal kommentiert, das Posting auf engadget kommt sogar auf 359 Kommentare. Fast alle Kommentare äussern sich negativ zum Einsatz der propriätären Technologie durch Apple. Auch Onlineableger der traditionellen Medien wie etwa die Chicago Tribune oder Spiegel Online greifen das Thema auf. Auch auf MAC-Foren wie beispielsweise AppleInsider ist die Geschichte ein Thema und Anlass zu negativen Kommentaren. Mit dem Testballon iPod shuffle lassen sich natürlich neben den Konsumenten auch die Behörden testen: Wie reagieren Wettbewerbshüter in den einzelnen Ländern oder die Europäische Union auf das Vorgehen von Apple?
Auch angesichts von Tausenden von negativen Feedbacks bleibt eine Frage unbeantwortet: Wird Apple auf die Kritik seiner Kunden reagieren und seine Produktpolitik anpassen?
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Online-Monitoring im Test – Professionelle Lösung bevorzugt






Das mit dem DRM-Chip im Kopfhörer des iPod shuffle ist eine Ente
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