fuellhaas.com wird des Content-Klaus beschuldigt

Die Weiterverbreitung von Inhalten wie Online-Videos oder Präsentationen gehört zu den Gepflogenheiten im Social Web und ist Grundlage für Diskussionen und das Weiterführen von Gedanken über verschiedene Webseiten und Blogs hinweg. Um dies technisch so einfach wie möglich zu machen, bieten Videoplayer gleich den passenden Quellcode dazu an.

Für meinen Beitrag „Ego-Googeln: Nicht jeder ist im Netz“ habe ich ein Video aus einem anderen Blog eingebunden. Kaum war der Beitrag online erhielt ich den Kommentar:

kommentar

Ich klaue keinen Content von anderen Blogs und Webseiten! Ich wehre mich entschieden dagegen, als Dieb bezeichnet zu werden. Ich mache mit dem Einbinden eines Videos niemandem das Urheberrecht streitig. Zudem verlinke ich ja auf das Original-Posting.

Von Kommentator „Daniel“ erhielt ich folgendes Mail:

Ich habe den Film gedreht und unter dem Namen Ziegensepp veröffentlicht und besitze normal auch damit das Urheberrecht. Daher hätte ich es nett gefunden, hätte man mich um meine Erlaubnis gefragt. Desweiteren bezweifel ich, dass Sonja weiß, dass sie namentlich auf der Seite erwähnt wird.

Ich beantwortete dies wie folgt:

Ich mach Dir das Urheberrecht ja auch nicht streitig, ich habe die Quelle angegeben und wie gesagt, der Player stellt den Quellcode ja bereit, um das Video in andere Seiten einbinden zu können. Wenn Du das nicht möchtest, solltest auf Blogs keine Videos oder sonstige Inhalte veröffentlichen. Ich blogge seit 3 Jahren und es hat sich noch nie jemand beschwert, wenn er bei mir mit Namen zitiert wurde.

Seine Antwort:

Dann bin ich jetzt der erste! Da hilft es auch nicht, wenn man schon seit 30 Jahren klauen würde, dass es legal wäre! Sonja ist davon nicht angetan!

Das Zitat von Sonja habe ich unterdessen mit ihr direkt per Mail geklärt. Auf Grund des Vorwurfs des Diebstahls und der Uneinsichtigkeit von Daniel betreffend der Gepflogenheit unter Bloggern, habe ich mich entschlossen, das besagte Video aus meinem Beitrag zu entfernen und nur noch auf den Blog zu verlinken. Wenn Blogger sich untereinander verlinken, zitieren oder Inhalte einbinden, hat das auch mit gegenseitiger Anerkennung der Arbeit des anderen zu tun und wirkt sich schlussendlich auch auf die eigene Online-Reputation positiv aus. Wer dies nicht möchte, aber trotzdem Inhalte online stellt, wird im Social Web immer wieder in Konflikte geraten und sich nur wenig Freunde machen.

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10 Kommentare

  1. [...] Dieser Beitrag wurde nachträgliche editiert. Auf Grund unterschiedlicher Auffasungen über Urheberrecht und der Weiterverbreitung von Inhalten unter Bloggern, habe ich das ursprünglich eingebundene Video wieder entfernt (29.3.2009, 17:10) Hier mehr Informationen. [...]

  2. Als (bisher stiller) Stammleser Deines Blogs kann ich da nur mit dem Kopf schütteln – mehr ist dazu auch nicht zu sagen.

    Und ja. Finde, dass du richtig reagiert hast, nach dem Motto: Let him have it. Hoffentlich bleiben solche Geister nur Einzelfälle.

  3. Danke das Sie mich per E-Mail informiert haben!

    Die Autoren in diesem Blog sind Studenten und ich leite diesen Kurs.

    Ich finde es toll, dass Sie den Beitrag von meinen Studenten zitiert haben. Sie hätten sich wirklich freuen können von Ihnen gefunden und zitiert zu werden!

    Das sehe ich genauso wie Sie! Wie auch immer das Video bei Ihnen veröffentlicht war, gehe ich davon aus das sie dies als “Alter Hase” im Internet mit Quelle zitiert (URL) Urheberrechtlich korrekt eingebunden hatten. So beschreiben Sie es ja auch.

    Meine bitte an Sie, auch Verständnis für die Studenten zu haben. Ich hoffe Sie sind nicht nachtragend mit den Studenten und es würde mich freuen, wenn sich unsere Wege auch mal positiv im Internet kreuzen.

    @Daniel: Du bist und bleibst der Urheber und Du wurdest als Urheber genannt. In diesem Fall mit der URL des Vidoes. Ob Kaltura oder YouTube ist das kein Unterschied. Es wäre Content-Klau, wenn es ohne Quellcode eingebunden gewesen wäre. Das ist zitieren im Internet.

  4. Sonja Greye sagt:

    Hallo,
    ich bin die Frau, die auf dem Video zu sehen ist aber nicht die Verfasserin des Artikels und möchte hier nochmal betonen, wie ich es auch schon in Email verkehr mit Herrn Füllhaas getan habe, dass ich ihn weder des Datenklaus noch sonstigen Dingen beschuldigt habe und auch kein Problem mit seiner Verlinkung habe. Im Gegenteil, ich sehe das Kompliment für den Blog unseres Kurses an.

    Viele Grüße

    Sonja Greye

  5. Daniel sagt:

    Eine einfache Gepflogenheit, die diese Diskussion und Anprangerung hätte vermeiden können, wäre gewesen, den Autor mal eben beiläufig zu fragen, ob er sich den freuen würde, wenn man seinen Blog veröffentlicht! Das wäre die erwachsenere Methode gewesen und nicht einfach jemanden “hinzuhängen”, in dem man auch noch persönlichen eMail-Verkehr veröffentlicht. Briefgeheimnis zählt wohl bei elektronischen Briefen nicht mehr?

    Im Gegensatz zu mir hat der werte Blogowner die Möglichkeit seine erhaltenen Kommentare zu managen, welches das Entfernen von unliebsamen Blogkommentaren beinhaltet.
    Und wenn der Herr Füllhaas meint sich den Schuh des Datendiebstahls anziehen zu müssen, soll er ruhig! Ich habe lediglich in den Raum gestellt, ob er mich gefragt habe! Hat er bis jetzt nicht!
    Egal welche Auffassung man vertritt! Der Weg des geringeren Widerstands ist nicht meiner!

  6. Karsten Füllhaas sagt:

    @Daniel:
    1. Wer auf Blogs Inhalte mit Quellcode zum Einbinden anbietet, der signalisiert damit sein Einverständnis für eine Übernahme durch Dritte, selbstverständlich mit korrekter Quellengabe. Dies ist nach meiner Erfahrung der zwischen Bloggern übliche Weg. Eine vorgängige Anfrage um Erlaubnis ist meines Erachtens nicht notwenig.
    2. Mit Deinem Kommentar hast Du von Anfang an die Diskussion in die Öffentlichkeit getragen. Gegen Vorwürfe wie Klauen muss ich mich wehren. Ich habe dies mit direkten Mails an dich und mit diesem Blogposting getan.
    3. Klar habe ich die technische Möglichkeit, “unliebsame” Kommentare zu löschen. Abgesehen vom Löschen von Spamkommentaren entspricht dies nicht einem transparenten Umgang mit kritischen Kommentaren. Ich würde mir nur ins eigene Fleisch schneiden, wenn ich anfangen würde, Kommentare zu löschen.

  7. [...] Ich schreibe diesen Artikel aus gegebenen Anlass, da es gerade bei Anfängern im Bloggen oft zu Missverständnissen und Fehlverhalten gegenüber der anderen Blogger kommt. Fuellhaas.com wird des Content-Klaus beschuldigt [...]

  8. Walter Krieger sagt:

    @daniel – Sie kommen mir vor wie ein Elefant im Porzellanladen!
    Sie haben was in Gang gebracht, was Sie nicht mehr kontrollieren können.
    Um es mal vorweg zu nehmen, ist Ihre eigene Reputation auf Grund der Vorkommnisse nicht gerade besser geworden. Jetzt können Sie behaupten “hee ich bin doch voll anonym”, dem ist nicht so Herr Daniel Gsänger.
    Da das Web schlecht vergisst, wird das was hier vorgefallen ist noch über Jahre zu finden sein, und mit Ihnen verknüpft sein!

    Es liegt nun an Ihnen, wie die ganze Sache zum Abschluss kommt, Entschuldigen Sie sich bei Herrn Füllhaas, es sollte ehrlich gemeint sein, das hilft ein wenig, die Sache zu einem “guten” Ende zu bringen.

  9. Dominik sagt:

    Sind halt Piefkes… Nicht drum kümmern.

  10. Karsten Füllhaas sagt:

    Daniel hat sich heute vormittag per Mail bei mir direkt für seine Behauptung entschuldigt. Für mich ist die Sache damit erledigt.

    @Dominik: Ich finde deinen Kommentar nicht gerade konstruktiv.

    Entgegen meiner sonstigen Gepflogenheiten schliesse ich mit diesem Beitrag die Kommentarmöglichkeit zu diesem Thema.