Sie heissen „tinyurl“, „twurl“ oder „snurl“. Dies sind jedoch nicht die Namen der Hauptfiguren einer neuen Comicserie, sondern Bezeichnungen für verkürzte URL’s. Eine URL kann heute schnell 50 Zeichen und mehr enthalten – achten Sie beim Surfen mal auf die Adresszeile ihres Browsers. Dienste zur künstlichen URL-Verkürzung gibt es schon lange – doch erst mit Microblogging-Diensten wie Twitter haben sie ihren Siegeszug angetreten. Wenn man 140 Zeichen Platz hat, um seinem Netzwerk etwas wichtiges mitzuteilen, will man nicht die Hälfte der Zeichen für eine URL ver(sch)wenden.

Quelle: pixelio.de, Fotograf: Claudia Hautumm
Mit Diensten wie TinyURL entsteht beispielsweise aus „http://www.fuellhaas.com/2009/04/09/internetnutzung-in-der-krise-sozial-schwache-werden-ausgegrenzt/“ die Zeichenfolge „http://tinyurl.com/d3ept5“.

Bild: Auf Twitter geht’s nicht ohne TinyURL & Co.
Ben Parr vom Blog Mashable hat sich kürzlich zu den Vorteilen von Kurz-URL’s Gedanken gemacht: Der wichtigste liegt auf der Hand. Der Umgang mit einer kurzen URL ist viel einfacher, und in Diensten wie Twitter sogar zwingend. Zudem bieten Dienstleister wie bit.ly verschiedene Webanalysen und Auswertungen an, beispielsweise zur Herkunft der User und der Anzahl Klicks.
Aber man sollte sich auch Gedanken zu den Nachteilen von Kurz-URL’s machen: Jahrelange hat man uns Usern beigebracht, in E-Mails nicht auf dubiose Links zu klicken. Bei einer Kurz-URL sieht man aber nicht mehr, wohin einen der Klick führt. Das kann unter Umständen problematisch sein, ich hab schon E-Mails mit TinyURL’s zugeschickt bekommen und war mir nicht sicher, ob ich draufklicken soll oder nicht.
Damit ein Umwandlungsdienst funktioniert, werden alle URL’s auf zentralen Servern gespeichert, schliesslich soll die verkürzte Adresszeile unbegrenzt gültig sein. Wenn solche Server gehackt und manipuliert werden, können Personen mit krimineller Energie unschuldige User gezielt auf andere Seiten umleiten. Oder wenn die Server abgeschaltet werden, funktioniert die Rückumwandlung überhaupt nicht mehr. Wenn Sie als User eine Kurz-URL im Browser aufrufen, hat dies zudem längere Ladezeiten zur Folge und der Dienstanbieter weiss, dass Sie diese Seite aufgerufen haben.
Kurz-URL’s haben also Vor- und Nachteile. Bei Twitter sind Sie ein Muss, aber sonst vermeide ich die Nutzung solcher URL’s. Wie gehen Sie mit TinyURL & Co. um?










Außerhalb von Twitter nutze ich cli.gs um via personalisierter Kurz-URL auf mein Facebook-, Xing- und Co-Profil zu verlinken.
Vorteil bei cli.gs: Ich habe ein ordentliches Statistiktool um die Klickzahlen und -zeiten nachvollziehen zu können.