Wie vergangene Woche via Medien bekannt wurde, hat eine Schweizer Angestellte letztes Jahr im November wegen ihren Aktivitäten auf Facebook eine fristlose Kündigung erhalten.
Wegen einer starken Migräneattacke hatte sie sich bei ihrem Arbeitgeber Nationale Suisse für einen Tag krank gemeldet, denn sie müsse im Dunkeln liegen und könne nicht am Bildschirm arbeiten. Eine Woche später erhielt sie die fristlose Kündigung, weil sie während dem Krankheitstag von zu Haue aus auf ihr Facebook-Profil zugegriffen habe. Statements eines Direktors gegenüber 20 Minuten: „Wer dies kann, kann auch arbeiten.“
Die betroffene Frau geht davon aus, ihr sei mit Hilfe einer „falschen Freundin“ nachspioniert worden, die Nationale Suisse bestreitet dies natürlich. Da die Frau auf einen Rechtsstreit verzichtete, konnte leider nie vor einem Richter geklärt werden, ob das Vorgehen ihres Arbeitgebers rechtlich in Ordnung war oder nicht.
Ich halte die fristlose Kündigung für völlig unverhältnismässig. Ein vermutlich kurzer Zugriff auf ein Facebook-Profil kann kein Grund für eine sofortige Entlassung sein. Der Fall wirft einerseits Fragen auf, was man tun darf, wenn man sich krank meldet. Andererseits zeigt er, wie problematisch es sein kann, wenn wir überall mit unseren Online-Aktivitäten unsere Spuren im Netz hinterlassen, so dass andere genau sagen können, was wir wo und wann getan haben. Einer Angestellten auf Facebook nachzuspionieren oder ihre protokollierten Aktivitäten so zusagen als „Beweismittel“ gegen sie zu verwenden, ist ein massiver Eingriff in ihre Privatsphäre.
Man stelle sich nur für einen Moment dieses Zukunftsszenario vor: Spezialisierte Dienstleister sammeln aus Social Networks Informationen über Personen in Bezug auf Aktivitäten und Interessen und stellen diese Profile gegen Bezahlung Arbeitgebern und Versicherungen zur Verfügung. Viele Unternehmen würden einen solchen Dienst sofort nutzen, da sie hier ein Sparpotential erkennen würden und eine Möglichkeit erhielten, unbequeme Mitarbeiter loswerden zu können. Dass Unternehmen grosses Interesse an allen Aktivitäten ihrer Angestellten haben, zeigen die Vorfälle bei Lidl, Deutsche Bahn oder Daimler.
Siehe dazu
Facebook besucht, Kündigung erhalten – 20min.ch
Nach Facebook-Besuch gefeuert – spiegel.de








Die Chefs dieser Firma haben ja einen recht niedrigen Anspruch an die Arbeitsleistung ihrer Arbeitnehmer, wenn sie die nötige Anstrengung für den Job mit dem einmaligen Aufruf einer Webseite vergleichen O_O
[...] Gegenstand dieses Beitrags sein. Vielmehr ist dieser Fall ein ausgezeichnetes Beispiel für die Auswirkungen unserer Netzaktivitäten auf andere Lebensbereiche. Es verdeutlicht, dass das Netzleben eine andere [...]
Mal ganz dumm gefragt: Wenn ich mein Profil nur für Freunde öffne, kann ja nichts passieren, oder? Ausnahme: Ich schreibe eine Statusmeldung: Mache blau! und die Meldung wird angezeigt, wenn jemand die Freunde eines meiner Freunde anzeigt (sorry kompliziert). Oder täusche ich mich da?
@Andreas: Ja, stimmt schon. Bei Mitarbeitern der gegebenen Firma allerdings hat sich ein “Freund” gemeldet, den sie alle “bei der Fasnacht” getroffen haben sollen, an den sich aber niemand erinnert. Die Chefs streiten natürlich alles ab.
Das Internet wird halt immer mehr zur Stolperfalle, auch im Beruf! Deshalb sollte man eine gewisse Privatssphäre wahren und darauf achten welche Informationen für andere Menschen zugänglich sind.
In der letzten Zeit gab es vermehrt Artikel, die davor warnen zu freizügig mit persönlichen Informationen umzugehen. Gerade Personaler und Chefs nutzen vermehrt das Internet zu Recherchezwecken und googeln ihre Arbeitnehmer oder Bewerber.
Ich habe ein wenig recherchiert und in meinem Blog zwei Artikel dazu veröffentlich: “Karriere-Faller Internet – Wenn Personaler googeln!” und “Google Ergebnisse für Personaler tunen!“. Die Artikel sind längst nicht ausführlich genug um das Risiko der Internetfallen für den Beruf zu beschreiben. Es sollten lediglich Denkanstöße für Stundenten, Absolventen und Young Professionals gegeben werden, da auch ich vermehrt sehe wie unachtsam Kommilitonen mit dem Internet und den Informationen umgehen.
Schöne Grüße
Oliver
[...] auch auf diesem Blog Facebook als Spionagetool für den Arbeitgeber (fuellhaas.com) Vortrag: Online Reputation – Karriereboost oder Zeitverschwendung? (fuellhaas.com) XING: „Wer [...]