Die englische und deutsche Ausgabe der Financial Times haben sich unabhängig voneinander Gedanken über Corporate Blogs gemacht. Für die englische Ausgabe haben Blogs den Sprung vom privaten Online-Tagebuch zum etablierten Instrument der Unternehmenskommunikation geschafft.
Once dismissed as mere online diaries, weblogs – or blogs for short – have become corporate tools. Today they go beyond sharing product information and have the potential to communicate with a wide range of stakeholders, including prospective employees, investors, suppliers – even consumers or non-profit organisations. (Quelle)
Mit dem FT ComMetrics Blog Index beobachtet und analysiert die Financial Times Corporate Blogs. Auch wenn Twitter und Facebook mehr Medienaufmerksamkeit geniessen, halten die Analysten der englischen Financial Times Blogs für das besser geeignete Instrument, um Markenverständnis zu fördern und langfristige Dialoge mit allen Bezugsgruppen zu führen.
Companies included in the FT ComMetrics Blog Index have effectively leveraged their brand by using social media to reach a larger audience. There is a strong case for saying that, while Twitter or Facebook may be all the rage, when used well, blogs work better to raise brand awareness, as well as to initiate and maintain a long-term conversation to foster better relationships with a company’s stakeholder groups. (Quelle)
In Deutschland hingegen funktionieren Blogs überhaupt nicht, glaubt man der Deutschlandausgabe der Financial Times. In dem Artikel liegt der Schwerpunkt auf der Persönlichkeit der Blogger. Bloggen ist scheinbar kein Beschäftigung, die zum Durchschnitts-Deutschen passt:
In Deutschland zählt Qualifikation mehr als alles andere… In der Blogosphäre dagegen ist es völlig egal, ob jemand ein zertifizierter Meinungsträger ist. Was zählt, ist allein, ob die Meinungen stichhaltig, originell und klug sind.
Die Menschen haben Angst davor, etwas zu schreiben, das sie dumm aussehen lässt. In Deutschland ist diese Angst besonders stark ausgeprägt, weil hier jedes öffentliche Wort genau gewogen wird.
Die Deutschen werden nicht arbeiten, wenn sie kein Geld dafür bekommen, und Bloggen wirkt auf sie verdächtig wie Arbeit. In Amerika verdient man mit Bloggen nur indirekt Geld, durch Ruhm und Bekanntheit, die einem der Blog bringt. Da ein deutscher Blog kaum Ruhm oder Bekanntheit bringen wird, gibt es keinen wirklichen Grund zu bloggen. (Quelle)
Auch viele Unternehmen haben die Vorteile eines Corporate Blogs noch nicht verstanden. Aus Angst vor negativem Feedback und der Veröffentlichung von Firmengeheimnissen oder Bedenken, die Kontrolle über die eigene Kommunikation zu verlieren, bleiben viele Blog-Projekte reine Lippenbekenntnisse. Auch ihren Beitrag zur grossen Zurückhaltung leisten sicher die Haftungsbestimmungen betreffend Online-Kommentaren in Deutschland.
Siehe auch
Wie Unternehmen Social Media nutzen










Der Artikel aus der FTD, koennte das zufaellig der gleiche sein den Stefan Niggemeier und seine Kommentatoren hier auseinandernehmen?:
http://www.stefan-niggemeier.de/blog/schoener-sterben-mit-dem-sz-magazin/
Dann ist der Artikel aber nicht von der FTD, sondern von einem Amerikanischen Autoren (der wohl ein wenig Deutsch spricht) in einer Amerikanischen Zeitschrift veroeffentlicht worden.
@Armin: Ja, das ist der gleiche Beitrag des Herrn Felix Salmon. Meines Erachtens ziemlicher gequirlter Unsinn eines Außenstehenden. Wie unsinnig, entlarvt Klaus Jarchow hier http://www.stilstand.de/archives/2297
Blogger kommen auch hier nicht gut weg:
„Das Ergebnis der Umfrage bestätigt meinen Eindruck, dass es sich bei den Unterschreibern der Online-Petition um Internetliebhaber, Blogger, im Grunde also um eine Minderheit handelt wenn auch eine gut organisierte“, sagte der Chef der Deutschen Kinderhilfe, Georg Ehrmann.
Siehe: http://www.welt.de/webwelt/article3751880/92-Prozent-der-Deutschen-fuer-Kinderporno-Sperre.html
Das kann man auch anders sehen, wie Die Zeit sehr schoen zeigt:
http://www.zeit.de/online/2009/22/netzsperren-umfrage
Alles eine Frage der richtigen suggestiven Fragestellung.