Erst denken, dann posten

Für eine wachsende Anzahl Menschen ist es heute alltäglich, sich online mit anderen zu vernetzen und ihre privaten Erlebnisse, Erfahrungen mit Produkten und Marken und ganz allgemein ihre Meinung via Social Media der ganzen Welt kundzutun. Eine Trennung zwischen „privat“ und „beruflich“ ist dabei kaum möglich. Spätestens in den Suchergebnissen von Google werden alle Treffer zu einer Person wieder zusammengeführt.

Arbeitgeber sehen es nicht immer gerne, wenn ihre Angestellten sich auf Facebook & Co. tummeln: Zeitverschwendung oder Sicherheitsrisiko sind die am meisten geäusserten Bedenken. Natürlich können Firmen es ihren Angestellten nicht verbieten, sich im Social Web zu präsentieren. Ebensowenig können Firmen erwarten, dass ihre Angestellten bei jedem privat hochgeladenen Foto oder jedem Kommentar daran denken, ob und wie dies imagemässig auf ihren Arbeitgeber abfärbt.

Welche Gedanken machen sich Online-User überhaupt, bevor sie ein Bild hochladen oder einen Kommentar schreiben? In den USA hat Deloitte Angestellte befragt, ob sie an ihren Chef, ihre Kollegen und an ihre Kunden denken, bevor sie online aktiv werden. Hier die Ergebnisse:

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Quelle: Deloitte

Ohne jemandem böse Absichten zu unterstellen, Angestellte sind sich der Möglichkeiten bewusst, online einem Unternehmen Schaden zufügen zu können. Fast drei Viertel halten es für möglich, der Reputation eines Unternehmens via Social Media Schaden zuzufügen.

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Quelle: Deloitte

Nur in einer Minderzahl der befragten Unternehmen bestehen Richtlinien für den Einsatz von Social Media oder macht sich die Chefetage Gedanken, wie man Social Networking produktiv nutzen und gleichzeitig mögliche Risiken minimieren kann. Hier besteht noch viel Handlungsbedarf.

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Quelle: Deloitte

Bleibt noch die Frage zu klären, wie weit ein Arbeitgeber überhaupt das Recht hat, auf die Social Networking-Aktivitäten seiner Angestellten Einfluss zu nehmen. Über die Hälfte der befragten Angestellten (53 %) sind der Meinung, ihre Online-Profile gingen den Arbeitgeber nichts an. Die Chefetage ist logischerweise anderer Meinung, genauer gesagt 40 Prozent aller Executives. Knapp ein Drittel gibt zu, Social Networking-Seiten zu überwachen.

Da sich wie eingangs erwähnt, privates und berufliches in Social Media kaum trennen lassen, dürfte es schwer sein, eine für beide Seiten akzeptable Lösung zu finden.

Siehe auch
Studies: Using social networking at work (The Strategy Web)
Official Deloitte Press Release (PR Newswire)
Download: 2009 Deloitte LLP Ethics & Workplace Survey








2 Kommentare

  1. Schöne Zusammenfassung, danke!

  2. Gucky sagt:

    Ich fiinde, solange ich meine Arbeit ordentlich mache, geht es keinen Chef was an, was ich privat mache !
    Gut, in kritischen Bereichen vielleicht (Sicherheit, damit man nicht erpressbar wird oder ähnliches).
    Und ich kann auch sagen bzw. schreiben was ich will solange ich nicht gegen Gesetze verstoße !
    In meinen Augen sind die krank in der Birne (Verfolgungswahn wasweißich). DAS sieht man ja an so Fällen wie Telekkom, Lidl und was es da noch alles gab.