Fahrlässiger Umgang mit Web 2.0 in Unternehmen?

Die gute Nachricht zuerst: In den meisten Unternehmen weltweit haben Mitarbeiter mehr oder weniger freien Zugang zu Social Media-Seiten. Zu den meisten gesperrten Seiten gehören hauptsächlich privat genutzte Social Networks wie Facebook, kostenlose E-Mail Dienste (Hotmail, Yahoo, Gmail) und überraschenderweise auch Networks wie LinkedIn. Allerdings ist in vielen Unternehmen der Schutz gegen potentielle Gefahren aus dem Internet ungenügend, so eine Studie von Dynamic Markets.

Social Networks und Web 2.0-Dienste werden genutzt, um Informationen auszutauschen, Geschäftsprozesse zu optimieren, Partner einzubinden und Umsatz zu generieren. Darin sehen 62 Prozent der Befragten einen Vorteil fürs Geschäft. 86 Prozent der IT-Manager bestätigen eine steigende Nachfrage nach Web-2.0-Seiten und -Technologien in ihrem Unternehmen. Diese gehen in unterschiedlicher Stärke von verschiedenen Abteilungen aus, wie untenstehende Grafik zeigt:

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Quelle: Dynamic Markets

Interessanterweise ist die IT-Abteilung selber der grösste Nachfrager nach Web 2.0-Diensten im Unternehmen, dicht gefolgt von Marketing und Sales. Dabei geht es nicht um berufliche Anwendungen, viele Mitarbeiter wünschen sich auch Zeit und Zugriff für private Anwendungen vom Arbeitsplatz aus.

Die Computerwoche hat sich ebenfalls mit der Studie auseinandergesetzt und zieht folgende Schlussfolgerung:

Die Ergebnisse der Umfrage belegen, dass Unternehmen bislang nur in Ausnahmefällen die Vorteile des Web 2.0 sicher nutzen können. Ein generelles Zugangsverbot sei kein gangbarer Weg, da gerade jüngere Mitarbeiter privat soziale Netzwerke, Blogs, Wikis & Co nutzen und dies auch für ihren Arbeitsplatz erwarten. Unternehmen müssen daher mit Sicherheitsmaßnahmen reagieren, die den Zugang zu sicheren Web-2.0-Elemente erlauben und als riskant eingestufte Inhalte nicht zugänglich machen. (Quelle)

Ich denke, dass nicht nur jüngere Mitarbeiter am ihrem Arbeitsplatz Zugriff zu Social Networks erwarten, sondern auch immer mehr Kunden und andere Stakeholder eine Präsenz und Aktivität von Unternehmen erwarten und diese auch nutzen wollen. Mit Zugriffsperren unterbindet man dieses von Anfang an. Über 95 Prozent aller Webuser recherchieren online nach Unternehmen, Produkten und Marken. Kein Unternehmen sollte sich davon selber “aussperren”.

Siehe auch
Download der Studie
Erst denken, dann posten (fuellhaas.com)

Grenzen zwischen privater und beruflicher Internetnutzung (fuellhaas.com)








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