Bloggen, Statusmeldungen, Kurzbeiträge… wer überall dabei ist, verwässert sein Online-Profil

Am Wochenende wurde in der Schweizer SonntagsZeitung wieder mal das Ende der Blogs beschworen. Schuld daran sind Dienste wie Twitter oder Facebook, wo hauptsächlich über kurze Statusmeldungen miteinander kommuniziert wird.

Die breite Masse zieht weiter, einer nach dem anderen, dorthin, wo jetzt alle sind. Zu Twitter und Facebook, in die Welt der Statusmeldungen, dem neuen Jedermann-Medium. Seit Ende letzten Jahres wächst der Kurznachrichtendienst Twitter explosionsartig und wirkt wie ein Magnet auf die Blogosphäre. Leichtgewichte werden unwiderstehlich angezogen….

Die Blogosphäre dagegen wird immer mehr zur Geisterstadt. Wo noch vor ein, zwei Jahren Millionen Bloggerträume in den Himmel wuchsen, bleiben je länger je mehr nur die Erfolgreichsten und Ausdauerndsten übrig. (Quelle)

Soll man jetzt aufhören zu bloggen? Nein, sicher nicht, auch wenn von verschiedener Seite mehr auf so genannte Lifestream gesetzt wird (siehe meinen Beitrag Bloggen Sie noch oder streamen Sie schon?) Wer als Person oder als Unternehmen eine solide Online-Identität aufbauen will, kommt meines Erachtens auch in Zukunft um einen Blog nicht herum. Über einen eigenen Blog hat man die technische und inhaltliche Kontrolle, wobei dies natürlich nicht in Bezug auf Kommentare gilt. Wer in Social Media kommuniziert muss lernen, die „Kontrolle“ über die eigene Message abzugeben.

Wer hauptsächlich via Statusmeldungen kommuniziert, ist von verschiedenen Anbietern abhängig, welche jederzeit ihre Leistungen oder Erreichbarkeit verändern können. Auch besteht die Gefahr, sich auf den verschiedenen Plattformen zu verzetteln und am Schluss verfügt man über eine ganze Serie von Social Networks, die alle regelmässig mit Content befüttert werden wollen.

Um für sich als Person oder als Marke einen Personal Brand oder eine Online-Reputation zu pflegen, sollte schlussendlich eine gut durchdachte Kombination der verschiedenen Onlineangebote gewählt werden. Eine „klassische“ Kombination, die man bei vielen Marken- und Personenauftritten im Web finden kann, ist: Webseite, Blog, Twitteraccount, Facebook-Page. Manche ergänzen dies mit Inhalten bei Flickr und Youtube, abhängig vom Content, den man anbieten will.

Gerade mit dem populär werdenden Dienst Posterous sehe ich jedoch die Gefahr für Blogger, sich mit einem Account bei diesem Dienst eine Konkurrenz zum eigenen Blog aufzubauen. Wer seinen Content an zu vielen Orten online verteilt, läuft schlussendlich auch in Gefahr, sein Online-Profil zu verwässern und damit genau das Gegenteil zu erreichen von dem, was man eigentlich wollte.

Siehe auch
Bloggen Sie noch oder streamen Sie schon? (fuellhaas.com)
Karsten Füllhaas auf Posterous








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