Informationen aus dem Internet beeinflussen nicht nur Kaufentscheidungen von Kunden und Konsumenten, sondern auch politische Entscheidungen.
Das Internet wird nach Ansicht vieler Wähler in Deutschland entscheidenden Einfluss auf den Ausgang der Deutschen Bundestagswahl 2009 haben. Dies ist eines der Ergebnisse einer Umfrage, welche BITKOM im Hinblick auf die kommenden Wahlen durchführen liess. Demnach sagen 44 Prozent der wahlberechtigen Deutschen, dass eine Partei ohne den Einsatz des Internets heute keine Wahl mehr gewinnen kann. So ist für die jüngeren Wähler das Internet schon heute das Informationsmedium Nummer eins für politische Themen. Drei Viertel der 18- bis 29-Jährigen informieren sich im Web über Politik.
Wer sich im Internet über Politik informiert, besucht am liebsten die Nachrichtenseiten der klassischen Medien. Mehr als jeder fünfte Deutsche informiert sich bei Facebook, Xing, Youtube oder StudiVZ zu politischen Themen. Bei den 18- bis 29-Jährigen sind es 28 Prozent. 22 Prozent der Jüngeren nutzen Diskussionsforen und Blogs.
Viele Politiker sind, abgesehen von der offiziellen Parteiwebseite, mit einem eigenen Auftritt im Internet präsent oder nutzen Dienste wie Twitter für einen direkten Dialog – auch wenn dieser nicht überall zu Stande kommt. Zu oft werden Social Media als Einweg-Kanal verstanden, den man auch bedienen muss, um jüngere Wähler zu erreichen. Wenn Wähler sich online über einen Politiker informieren, erwarten sie hauptsächlich Fakten wie seine Meinung zu aktuellen politischen Themen oder Vorhaben. An privaten Informationen oder so genannten „Home-Stories“ besteht verhältnismässig wenig Interesse.
Paradoxerweise ist die Politik aber auch auf dem besten Weg, es sich mit jüngeren und internetaffinen Wählern zu vergraulen. Das unterdessen beschlossene Gesetz über Web-Sperren gegen die Verbreitung von Kinderpornographie löste eine immer noch andauernde Diskussion über Zensur im Internet und den Umgang mit Grundrechten aus, welche vor allem der Piratenpartei Stimmen einbringen dürfte. Politiker der grossen Parteien, welche im Parlament für das oben erwähnte Gesetz stimmten, dürften in Zukunft ein immer grösseres Problem mit ihrer Glaubwürdigkeit bekommen, wenn sie sich zu Grundrechten und einer befürchteten Ausweitung der Sperren äussern, wie es die Deutsche Piratenpartei im Falle der SPD in ihrem Blog aufgedeckt hat.
Mit Material von
BITKOM
Siehe auch
Transparenz versus Zensur – Gedanken zum Umgang mit dem Medium Internet (fuellhaas.com)
Open Reichstag: Wahlkampf mit der Generation C64 (fuellhaas.com)
„Bratwurst ich komme…“ oder Politiker auf Twitter (fuellhaas.com)













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