Identitätsdiebstahl – MacTechNews versus Twitter (mit Update vom 23.8.2009)

In den schier unendlichen Weiten des Internets bloggen nicht nur falsche Steve Jobs, auch Stars und Sternchen müssen immer wieder feststellen, dass unter ihrem Namen Botschaften verbreitet werden, die gar nicht von ihnen stammen. So gibt es auf dem Micro-Blogging Dienst Twitter eine unbekannte Zahl von Fake-Profilen. Um diesem Missbrauch entgegen zu wirken, hat Twitter vor ein paar Monaten so genannte “Verified Accounts“ eingeführt.

Aber was ist, wenn jemand unter dem Namen eines Unternehmens oder eines Nachrichtenmediums via Twitter unerlaubterweise Botschaften verbreitet? Sehr wahrscheinlich ist es noch gar nicht allen Followern aufgefallen. Der Twitter-Account von MacTechNews.de, einer auf Apple-News spezialisierten Seite, ist eine Fälschung, auch wenn er mit Logo und Namen ganz „offiziell“ daherkommt.

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Bild: Hier twittert nicht MacTechNews.de

Der Redaktion von MacTechNews.de muss der Account schon vor einiger Zeit aufgefallen sein, ärgerlich wird es aber richtig, weil der Betreiber den Newsfeed mit Werbung anreichert, die den Nutzer auf potentiell unseriöse Seiten lenken kann.

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Im Forum beklagt sich Chefredakteur Benjamin Günther (Forumsname: Fenvarien) über die mangelnde Kooperationsbereitschaft von Twitter, den Account schnell stillzulegen, da man dort eine Abmahnung oder einen Gerichtsbeschluss verlangt.

Ein Auszug aus dem Forum von MacTechNews.de.

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Die vollständige Diskussion kann hier gelesen werden.

Was soll MacTechNews.de tun? Unter ihrem Namen verbreitet ein Dritter Botschaften, dass heisst, ihr guter Name wird missbraucht und kann in Verruf gebracht werden, zum Beispiel durch gepostete Links auf Seiten, welche Schadsoftware oder anstössiges Material enthalten. Wie im Forum zu lesen ist, hat MacTechNews.de zuerst versucht, den Betreiber des Accounts zu kontaktieren – jedoch erfolglos. Also wird wohl nur der mühsame juristische Weg übrig bleiben.

Tolerieren darf man als Unternehmen einen solchen Missbrauch nicht, zu gross sind die Gefahren, dass die eigene Online-Reputation nachhaltig beschädigt wird. Gerade in einem solchen Fall, wo der unbedarfte Leser wohl gar nicht merkt, dass es sich um eine Fälschung handelt.

Der Fall zeigt auch, wie leicht es im Internet heute ist, unter falschem Namen (egal ob Person oder Unternehmen) aufzutreten und anzufangen, mit anderen Usern zu kommunizieren. Die Folgen können schwerwiegend sein. Was soll man tun? Mit einem professionellen Monitoring überwachen, ob auf den gängigen Social Networks der eigene Name (auch Marke oder Produkte) unerlaubterweise verwendet wird. Ist es nicht möglich, mit dem Accountinhaber direkt die Angelegenheit zu lösen, bleibt nur der Gang zum Plattformbetreiber. Wer als Unternehmen oder Person im Social Web selber aktiv ist, ist zwar vor Identitätsdiebstahl nicht geschützt, kann aber ganz anders reagieren.

Ein anderer Weg könnte sein, eine plattformübergreifende Identitätsprüfung für Personen und Unternehmen einzuführen. Ein erster Schritt in diese Richtung ist OpenID, nur findet auch hier keine echte Verifizierung der Identität statt.

UPDATE vom 23.08.2009. Nach der Veröffentlichung dieses Beitrags habe ich Benjamin Günther, den Chefredakteur von MacTechNews.de, um einen Kommentar gebeten. Er schreibt:

Eine interessante Ergänzung dürfte noch sein, dass diese Hinweise ausschließlich Auto-Replys sind und die Nachrichten gar nicht persönlich beantwortet werden. Und dass man als Nicht-Rechtskundiger keine “DCMA takedowns” oder “subpoenas” formulieren kann, macht es auch schwierig. Bis Montag warte ich mal ab, ob doch noch auf meine Nachrichten geantwortet wird, obwohl ich nur den Fall geschildert habe und die erforderlichen Schritte nicht weiter verfolgt habe. Zumindest kenne ich jetzt aber weitere Mail-Adressen, die zuständig sein könnten. Schwierig an der Sache ist eben, dass MTN keine eingetragene (US)-Marke ist, ansonsten wäre es vermutlich sehr einfach.

Mal abwarten, momentan ist auch noch viel Ärger mit im Spiel … Aber wir haben gelernt: In allen anderen Netzwerken haben wir jetzt offizielle Accounts, wenn auch bislang ungenutzte … Mal wieder hat also auch die ärgerlichste Angelegenheit etwas gutes.

Auf Twitter wurde die Geschichte zuerst von @swisstweets aufgegriffen, mit einem Link auf das Forum von mactechnews.de.

Kurz darauf twitterte der Betreiber des MacTechNews-Accounts folgende drei Messages.

Wenn es dem anonymen Betreiber wirklich nur um einen Twitter-Feed von MacTechNews.de gegangen ist, hätte er sich korrekterweise mit der Redaktion in Verbindung setzen müssen. Auch wenn das Weiterverbreiten von Inhalten ein wichtiges Element im Social Web ist, darf man fremde Inhalte nicht als die eigenen ausgeben oder Dritte im unklaren lassen, wer der ursprüngliche Verfasser und wer nur der ist, der Inhalte weitergibt.

Siehe auch
Twitter mit Echtheitszertifikat (fuellhaas.com)
Wenn Konsumenten die Marke übernehmen (fuellhaas.com)








1 Kommentar

  1. Frank sagt:

    Naja. Ich weiß nicht wie ernst man das nehmen soll